Curia Generalis Fratrum Minorum

Roma, 4. Oktober 1998

All unseren Brüdern, den jungen wie den alten, überall in der Welt,
die wie wir gerufen sind, der Demut und Armut
unseres Herrn Jesus Christus nachzufolgen,
wünschen wir den Frieden und die Freude des Herrn!

Liebe Brüder,

das Gedenken an den Heimgang unseres Vaters, des heiligen Franziskus, führt uns wieder einmal zur Portiunkula, um die Verbindungen unserer Bruderschaft zu erneuern. In diesem Geiste möchten wir Euch teilhaben lassen an unserem Leben und an unserer Arbeit und Euch einige unserer Gedanken mitteilen.

1. Ein Jahr danach

In diesem vergangenen Jahr sind viele Ereignisse eingetreten. Wir wollen nur einige davon in Erinnerung rufen. Fr. Adriano Langa wurde als Bischof zum Dienst an der Kirche in seinem Heimatland gerufen: wir wollen ihm von Herzen danken und ihm alles Gute wünschen. Fr. Peter Williams, im letzten Sexennium Definitor für Afrika und den Mittleren Orient, wurde aufgerufen, an seine Stelle zu treten.

Wir haben den Großteil unserer Zeit damit verbracht, den Brüdern in den verschiedenen Entitäten einen Besuch abzustat-ten. Die Brüder zu besuchen ist die erste Aufgabe, die der hl. Franziskus den Ministern überträgt. Und wir sind fest davon überzeugt, daß das Zusammensein mit Euch an den Orten, wo Ihr lebt, um Euer Leben zu teilen und Euch von den “Prioritäten” des Ordens und den Erfahrungen der anderen Fraternitäten zu berichten, das wichtigste Mittel darstellt, um uns als internationale Bruderschaft darzustellen, indem wir die Hindernisse des Individualismus, des Provinzialismus und der verschiedenen Nationalismen überwinden.

Es ist nicht immer leicht, die rechte Ausgewogenheit zwischen Animation und Verwaltung des Ordens zu finden. Hierbei erhalten wir Unterstützung durch die Brüder, die in der Kurie arbeiten. Wir wollen ihnen danken für ihre Generosität und ihre Verfügbarkeit.

2. Revision

Am Ende dieses ersten Jahres haben wir erkannt, daß es nötig ist, unseren persönlichen Weg und den des Definitoriums als Fraternität einer Überprüfung zu unterziehen. Wir sind zum Eremo von Montepaolo in der Provinz Forlì gefahren. Die dortige Bruderschaft hat mit Freude die Aufgabe der Martha übernommen, und wir konnten somit den Platz der Maria einnehmen.

Montepaolo ist der Ort, an dem sich der hl. Antonius nach dem Mattenkapitel von Assisi aufhielt, wo er als unbekannter, desorientierter und fremder Bruder erschien. Auch der hl. Antonius wird sich in jenen Monaten wohl gefragt haben: Wo bin ich? Was wird meine Zukunft sein? Was ist der Plan Gottes mit mir, der ich in seinen Händen geborgen bin? Die Zeit in Montepaolo war sicherlich von der göttlichen Vorsehung bestimmt, denn Antonius stieg mit einem strahlenden Gesicht vom Berg herab: sein ganzes Wesen war entflammt von der Guten Botschaft, die er den Armen verkünden sollte.

Auch wir haben uns einander die Frage gestellt: Wie fühle ich mich in der augenblicklichen Situation? Inwieweit habe ich es geschafft, meine evangelische und franziskanische Identität in der veränderten Situation, in der ich lebe, neu aufzubauen? Sind wir zu einer Gemeinschaft geworden oder sind wir nur eine Gruppe von Einzelkämpfern? Im Geist des Gebetes und nach Erforschung der Heiligen Schrift haben wir eine ehrliche Antwort gegeben. Im Austausch wurde uns der Plan Gottes mit uns noch klarer und unsere Dankbarkeit vertiefte sich.

Eine Realität, über die wir nachgedacht haben und die wir Euch im Brief zum Fest des hl. Franziskus mitteilen möchten, betrifft das Gefühl des Verlorenseins, ja der Einsamkeit, das wir zu Beginn unseres Eingebundenseins in die neue Situation erfahren haben. Dies hat uns dazu bewogen, über die Einsamkeit und die Isolation nachzudenken, die wir gelegentlich bei den Brüdern erlebt haben. Wenn wir alle zusammenstehen, können wir diesen Leiden vorbeugen oder sie wenigstens lindern.

Wir denken an die Einsamkeit der Minister und der Guardiäne, die den Dienst der Leitung in den Provinzen oder in den lokalen Gemeinschaften angenommen haben, und deren Einsatz nicht gewürdigt wird; oder auch an jene Brüder, deren Leben von negativen Vorzeichen bestimmt wurde durch zu strenge oder zu autoritäre Obere; an unsere Brüder, die ihre Heimat verlassen haben, um in fremden Ländern das Evangelium zu verkünden; an jene, die nie Anerkennung gefunden haben, und die trotzdem unverzagt ihren Dienst fortsetzen; an die Brüder, die von Krankheiten geschwächt sind oder irgendwelchen Abhängigkeiten unterliegen; an diejenigen, die miterleben, daß das, wofür sie das ganze Leben gearbeitet haben, zugrunde geht. Wir denken auch an die Isolation und vielleicht auch Anfechtung, die einige Brüder erleben, die auf die ausdrücklichen Aufforderungen des Ordens eingegangen sind und Fraternitäten unter den Armen und den Randgruppen ins Leben gerufen haben und nun feststellen, daß sie selbst zu Brüdern am Rand der Provinz werden; oder an die Brüder, die herkömmliche Formen des Apostolates ausüben und die jetzt in einer “modernen” Provinz als altmodisch und als Menschen aus einer anderen Welt angesehen werden; oder an die jüngeren Brüder, deren Begeisterung auf zynische Art und Weise von jenen Brüdern ausgelöscht wird, die keine Freude mehr haben und auch keine Freude bei anderen ertragen können.

Brüder: wir dürfen nie die Freude des anderen auslöschen, denn das würde bedeuten, daß wir das zerstören, was Gott selbst durch die heiligen Brüder im Orden aufbauen will. Wer so handelt, den verflucht der heilige Franziskus. Aber es ist noch eines hinzuzufügen. Auch wenn wir Minderbrüder alle vollkommen werden würden, fähig zur gegenseitigen Barmherzigkeit, sorgsam darauf bedacht, nichts Böses zu tun, ja dazu bereit, die Wunden der anderen zu heilen, würden die Einsamkeit und die Leiden nicht aus unserem Leben verschwinden.

Die Einsamkeit und das Leiden sind unvermeidliche Erfahrungen in der Dynamik des Wachstums, von der Jugend zur Reife und von der Reife zur Phase des Alters. Der normale Weg eines Menschen bewegt sich zwischen dem Loslassen und dem Finden. Es kann vorkommen, daß wir uns “heimatlos und ungeliebt” erleben, und die Gefahr, die sich dabei auftut, besteht da-rin, daß wir uns dann Hals über Kopf auf die Suche nach Ersatz begeben (Aktivitäten, Verpflichtungen, Termine, Menschen etc.). Wir müssen mit unserer affektiven Dimension ins Reine kommen, zu der wir stehen, die wir annehmen und die wir in unsere Verpflichtung auf die franziskanische Lebensform integrieren müssen. Das großartige Abenteuer, daß wir Christus und den Brüdern gehören, hat auch stets ein Opfer unsererseits zur Voraussetzung: der Herr will uns immer mehr als die Seinen.

Manche Brüder dringen wie ein Pfeil bis ins Herz Jesu vor. Die meisten von uns begnügen sich mit einer bequemen Mittelmäßigkeit. Damit werden wir an die Bedeutung des guten Beispiels jener Brüder erinnert, die unsere Berufung gefördert haben. Viele von ihnen waren alte Brüder, aber ihr Dienst an den Brüdern war kostbar, so wichtig wie der Dienst der Definitoren oder der des Generalministers! Sie haben uns das Wesentliche beigebracht. Deshalb haben wir uns entschlossen, in unseren Brief eine Betrachtung über das Leben und den Dienst der alten Brüder einzufügen.

3. Das Geschenk der alten Brüder

Wir haben von Einsamkeit und Isolation gesprochen: oft bringt das Alter diese beiden Erfahrungen mit sich. Das können physische Krankheiten, fortschreitende Einschränkungen der Bewegung oder der Verlust der Erinnerung und des Empfindungsvermögens sein, die härteste Realität besteht aber oft da-rin, daß man sich vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen fühlt. Wenn man alt wird, ist man nicht mehr “produktiv” und wird an die Seite geschoben. Es zählen nur die neuesten technischen Errungenschaften: die früheren Modelle werden aus dem Verkehr gezogen. Und wir Franziskaner laufen dabei Gefahr, unkritisch dieselbe Methode der Gesellschaft anzuwenden, ohne uns dessen bewußt zu sein. Wir verwechseln die technische Kompetenz mit der Weisheit und lassen uns dazu verleiten, die Meinungen unserer alten Brüder für überholt zu halten. In unserer Zeit hat man gewaltige Schritte zur Verlängerung des Lebens getan. Was tun wir aber, um die Qualität des Lebens zu pflegen, damit dieses wirklich zu einem sinnvollen Leben wird?

Wir haben nichts von einer Geisteshaltung zu übernehmen, die die Alten ausgrenzt. Vielmehr obliegt es uns, daß Ihr, unsere älteren Brüder, im Mittelpunkt unseres Lebens steht. Und wir wollen mit Euch das teilen, was Eure Anwesenheit unverzichtbar macht.

Ihr Alten seid unsere charismatische Erinnerung. Von Euch haben wir alles bekommen: die Werte und die Strukturen, das Charisma, das Ihr in Treue bewahrt habt. Ihr habt uns auf den Weg der Liebe zum franziskanischen Leben gebracht und uns auf diesem Weg geformt. Angesichts der zahlreichen Veränderungen, vor allem nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, haben wir Euch vielleicht zuviel abverlangt, und Ihr habt in Demut das angenommen, was Euch oftmals unverständlich und unannehmbar erschien. Noch heute gewährleistet Ihr in unseren Fraternitäten eine unauffällige und treue Präsenz, Ihr seid gastfreundlich und verfügbar; bisweilen mit eingeschränkten Möglichkeiten, aber immer großzügig.

Diese Eure erfahrbare Erinnerung ist kostbar, weil sie uns hilft, geschichtslose Oberflächlichkeiten und Improvisationen zu vermeiden; sie gibt unseren Projekten ein Fundament und verleiht unseren prophetischen Entwürfen Kontinuität.

Ihr könnt zum Ausdruck eines Lebens im Sinne einer harmonischen Synthese eines Weges werden. Dies ist der Augenblick der Wahrheit: nach so vielen mehr oder weniger gelungenen Erfahrungen seid Ihr in der Lage, das Wesentliche zu erfas-sen. Nach so vielen Jahren wißt Ihr zwischen den wichtigen und den weniger wichtigen Dingen zu unterscheiden; Ihr könnt die Ereignisse mit Tiefe und Weitblick betrachten. Mit den Jahren treten die echten Bezugspunkte hervor, auf die jemand sein eigenes Dasein gegründet hat, und es wird klar, worauf er sein Vertrauen gesetzt hat. Ihr seid dazu aufgerufen, lebendige Zeugen für das Wesentliche zu sein, Zeugen einer tiefen und erneuerten Erfahrung des lebendigen Gottes, in der alle Phasen und Ereignisse Eures eigenen Lebens zu einer harmonischen Einheit geführt werden. In diesem Fall wird Euer Zeugnis zu einer wichtigen Botschaft für den Menschen von heute, der ja so gespalten und zerrissen ist. Ihr werdet zu Botschaftern des Friedens und der Einheit aufgrund Eures in Gott versöhnten Lebens.

Ihr Alten habt eine besondere Aufgabe: Zeugnis für die Hoffnung zu geben. “Ihren Schrecken fürchtet nicht, und laßt euch nicht verwirren. Haltet vielmehr den Herrn Jesus Christus heilig in euren Herzen, und seid allezeit bereit zur Verantwortung jedem gegenüber, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch lebt” (1 Petr 3, 14-15). Rechenschaft ablegen für die Hoffnung, das bedeutet, die evangelische Hoff-nung rechtfertigen, indem man sie auf das Fundament des Glaubens zurückführt: “Gott spricht: der Glaube, den ich mag, ist die Hoffnung” (C. Peguy). Und die Zeichen des Neuen, die in unserer Welt, in unserem Leben bereits vorhanden sind, zu entdecken und auf sie hinzuweisen.

Um dieses neue Leben zu erkennen, dieses Reich Gottes, das schon in uns wirksam ist, müssen wir den Blick auf das Ziel richten, das uns bestimmt ist, d.h. das Ganze betrachten, ausgehend von der Begegnung am letzten Tag. Ihr Alten seid zu dieser offenen und dynamischen Synthese fähig.

In diesem Alter Zeugen der Hoffnung sein, das heißt, dieses Leben und das andere, d.h. das jenseitige, verbinden zu können, ohne sich zu widersetzen und ohne uns vom einen oder vom anderen Leben zu entfremden. Es ist ein Leben des “schon und noch nicht” in einer kreativen Spannung, so daß die Zeit dazwischen zur aktiven Hoffnung wird, denn “der Vater ist mit mir” (Joh 16, 32). Die Schwierigkeiten und das Alleinsein werden dann von der ständigen “Begleitung” des Wortes, des Brotes, der vielfältigen und treuen Gegenwart Gottes beseelt sein.

Eine weitere prophetische Mission, die Euch, unseren älteren Brüdern anvertraut ist, besteht darin, der Liebe die Dynamik der Unentgeltlichkeit und die Totalität in der eigenen Schwäche zurückzugeben. Euer versöhntes Leben legt Zeugnis ab für eine Liebe, die sich nicht in der Reichheit und Vielfalt der Aktivitäten ausdrückt, sondern in der einfachen und bereiten Annahme, die sich mehr auf das Sein als auf das Tun konzentriert. Ihr habt gelernt, Euch lieben zu lassen, um mit dem unauffälligen Opfer eines Lebens zu antworten, das ganz zum Geschenk geworden ist. Man hat nun mehr Zeit, viel Zeit, um zu geben und zu lieben; man findet “in der Liebe und im Lieben eine hinreichende Beschäftigung”.

4. Das Alter im Licht des Evangeliums leben

Wir müssen alle lernen, diese Phase des Lebens, den Zustand der Gebrechlichkeit, der Schwäche und der Grenzen, die diese mit sich bringt, zu akzeptieren und anzunehmen, um sie zu einer weiteren Zeit des Wachsens, der unbeschwerten, unauffälligen und beredten Präsenz, des diskreten und intensiven Dialogs mit dem Herrn und mit den anderen werden zu lassen: “Das, was du bist, ist aussagekräftiger als das, was du sagst”.

Das Alter im Licht des Evangeliums leben, das heißt, es als Wort der Hoffnung leben, das da ruft: nur Gott zählt, nur in ihm können wir unsere echte Identität finden, die über das Diesseits hinausgeht. Somit führen die Inaktivität und mitunter die Ausgrenzung nicht zur Verachtung des Lebens und der Welt, sondern tragen dazu bei, auf ein erfülltes Leben zuzugehen.

Das Alter im Licht des Evangeliums leben, das setzt das Bemühen voraus, sich um die Weiterbildung und um die Begleitung der Menschen in diesem Alter zu kümmern: es geht um eine menschliche Weiterbildung, die in den vergangenen Jahren vielleicht vernachlässigt wurde; eine Weiterbildung, die dazu verhelfen muß, die eigene Geschichte zu lesen und sich mit ihr zu versöhnen, mit allen Tagen, die man erlebt hat, mit allen Ereignissen, die man annehmen und dem Vater der Barmherzigkeit in die Hände legen muß. Oft gehen die vielen inneren Spannungen, die Traurigkeiten, die Zweifel, die geringe Selbstachtung auf einen Mangel an dieser Versöhnung, an dieser umfassenden Sicht unseres Lebens zurück. Sich in diesem Alter weiterbilden, das setzt auch voraus, daß man in einen immer tieferen Dialog mit Gott tritt, vor allem in der Lectio divina: viele alte Brüder haben den Wert des Wortes Gottes als persönliche Begegnung mit ihm in dieser Lebensphase neu entdeckt. Eine solche Weiterbildung wird dazu beitragen, in der Tiefe des Glaubens den fortschreitenden Verlust der Fähigkeit zur Aktivität anzunehmen und jenes “Ja” zur totalen Selbsthingabe an Gott zu sprechen, das das “Ja”, das jeder von uns am Tag der Ordensprofeß gesprochen hat, zur Vollendung führt.

5. Erinnerung und Prophetie

Wenn der alte Mitbruder im Leben der Fraternitäten, der jungen und der reiferen Brüder fehlen würde, wäre das ein großer Verlust: damit ginge das Bewußtsein für die Zeit und für die wahre Bedeutung des Lebens verloren. Die Prophetie bedarf der Erinnerung und umgekehrt. Die kreative und dynamische Verbindung zwischen den beiden bildet der Dialog. Es ist wichtig, daß man Zeit beim gegenseitigen Zuhören “verlieren” kann. Dieser Dienst des Zuhörens, der nicht immer leicht ist und nicht immer Anerkennung mit sich bringt, ist nicht nur ein echter Ausdruck der Liebe und der Kommunion, sondern er schließt die Lücke zwischen den Generationen und trägt dazu bei, eine harmonische Beziehung zwischen den verschiedenen Phasen unseres Lebens zu schaffen, und beseitigt die Spannung zwischen Ideal und Wirklichkeit. Manchmal bringt er eine geringere Vergütung mit sich als ein pastoraler Dienst. Aber wir dürfen nicht aus Gründen einer undurchsichtigen Effizienz diese Freundschaft und Begleitung, die unseren Brüdern das Gefühl gibt, integraler Bestandteil der Familie zu sein, sich zu Hause zu fühlen, vernachlässigen.

Der radikal “enteignete” alte Bruder, der mit Gelassenheit seine unwiderrufliche Armut lebt, lädt uns zur Freiheit ein, zu einem Weg, der sich mehr auf das Wesentliche ausrichtet. Er ist ein Meister des Loslassens und er hilft uns und bereitet uns vor, in die letzte Phase einzutreten.

Wir schließen uns den Worten des greisen Simeon an, der den erwarteten Messias in seinen Armen hält, und wollen die letzten Jahre eines Bruders als ein Abschiednehmen in Frieden und Freiheit betrachten. Wie Simeon wollen auch wir den Herrn in den Armen halten, der sich jeden Tag in der Eucharistie in unsere Hände gibt. Jetzt sind die Rollen vertauscht: nun sind wir es, die sich erneut ihm anvertrauen, der uns an die Hand nimmt und zum Vater führt.

"Gehe hin in Frieden, meine Seele, und sei unbesorgt,
denn du hast ein gutes Geleit auf deinem Wege …
Und Du, mein Herr, sei gebenedeit, da du mich erschaffen hast!" (LegsC 46)

Liebe Brüder, zum Abschluß dieser Gedanken möchten wir Euch um Euer unterstützendes Gebet bitten, für uns und für einige Termine, die in diesem Jahr, das wir gerade beginnen, auf dem Programm stehen: das Treffen der Generalvisitatoren; das Treffen der Brüder, die in diesem Jahr ernannt wurden, den Dienst des Provinzialministers zu übernehmen; den ersten Kurs zur Weiterbildung der OFM-Ausbilder, der in diesen Tagen am Antonianum zu Ende geht.

Das Jahr 1999 wurde von der UNO zum “Jahr des alten Menschen” erklärt. Damit erhalten auch wir und all unsere Gemeinschaften eine weitere Gelegenheit, unsere Dankbarkeit und unsere Sympathie unseren Brüdern gegenüber auszusprechen, die dieses Alter erreicht haben. Für sie und für alle Brüder erbitten wir den Segen des Herrn. Und der heilige Franziskus, dessen Fest wir feiern, möge uns dabei helfen, daß wir wirklich zu seinen “Söhnen” werden.

"Gesegnet seid ihr vom Herrn, die ihr dies tut,
und der Herr sei auf ewig mit euch. Amen!" (BrOrd 49).

Eure Brüder und Diener

Fra Kapistran Martzall ofm, Gen.-Def.

Fra Sean Collins ofm, Gen.-Def.

Fra José R. Carballo ofm, Gen.-Def.

Br. Gerardo Moore ofm, Gen.-Def.

Br. Peter Williams ofm, Gen.-Def.

Br. Antonio Riccio ofm, Gen.-Def.

Br. Peter Schorr ofm, Gen.-Def.

Br. Xavier Yu Soo Il ofm, Gen.-Def.

Br. Estevão Ottênbreit ofm, Generalvikar
 

Br. Giacomo Bini ofm, Generalminister

Br. Pierantonio Norcini ofm, Gen.-Sekr.
 

Prot. n. 087599

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