• Update: Fri, Sep 3, 1999
  • Jubiläums-Fonds

    Rom, den 1. September 1999

    Prot. 088614

    Liebe Brüder,
    der Herr schenke Euch seinen Frieden!

    Franziskus sagt uns in der Regel: "Und vertrauensvoll soll einer dem anderen seine Not offenbaren, damit er ihm das Notwendige ausfindig mache und verschaffe" (NbReg 9,10). Im brüderlichen Vertrauen und im Namen des gesamten Definitoriums wende ich mich an Euch alle, liebe Minister und Kustoden, um Euch einige dringende Anliegen zu präsentieren, die unsere universale Bruderschaft betreffen.

    Das Generalkapitel von 1997 hat uns den Auftrag gegeben, das Büro für Entwicklung des Ordens zu fördern und ihm neue Impulse zu geben. Diese Aufgabe haben wir sofort in die Hand genommen; und nach verschiedenen Beratungen mit Mitbrüdern und Laien aus jedem Kontinent halten wir es heute für wichtig und unverzichtbar, an alle Provinzen und Kustodien des Ordens, die kleinen wie die großen, die reichen und die weniger reichen, einen Appell zur Solidarität zu richten, wohl wissend, daß niemand so arm ist, daß er nicht etwas geben könnte.

    Es geht darum, hier in der Generalkurie einen "Fonds für Ausbildung und Evangelisierung" ins Leben zu rufen, um unseren Brüdern zu helfen, die in Regionen leben, in denen der Orden gerade dabei ist, Fuß zu fassen: diese brauchen unsere Hilfe und die Solidarität aller Brüder. Dieses generöse Engagement bringt auf der einen Seite die Einheit und die Gemeinschaft innerhalb unserer Bruderschaft zum Ausdruck, vor allem zum Jubiläumsjahr 2000, auf der anderen Seite will es das Bewußtsein für die Zugehörigkeit zur selben Familie stärken und neu beleben, um damit in diesen beiden so bedeutenden Bereichen die Zukunft des Ordens zu sichern. Diese Initiative schließt sich an die bereits von den früheren "Regierungen" des Ordens begonnene Arbeit an und setzt sie fort.

    Es handelt sich um eine einmalige, möglichst ansehnliche Spende zugunsten unserer ärmsten Brüder und wir wollen sie "Jubiläums-Fonds" nennen. Er ist ein zusätzlicher Beitrag zu den gewöhnlichen Jahresbeiträgen, die die Provinzen in großzügiger Weise überweisen. Dieser Fonds soll von genau definierten Bestimmungen geregelt werden, die von den Konferenzen überprüft werden können, und er soll ausschließlich für die oben angegebenen Zwecke verwandt werden. Damit soll der Anfang eines Fonds gemacht werden, der sich weiter entwickeln und um zusätzliche freiwillige Spenden anwachsen wird, die von Personen oder Vereinigungen außerhalb des Ordens kommen, koordiniert vom Büro für Entwicklung an der Generalkurie: die Minister und Kustoden werden über seine Entwicklung detaillierte Informationen bekommen.

    Was ist der Zweck dieses "Jubiläums-Fonds"? Das Generalkapitel von 1997 hat uns in Erinnerung gerufen: "Die Kultur der Solidarität und der Zusammenarbeit … hat in der letzten Zeit in unserem Orden spürbare Fortschritte gemacht. Dennoch ist uns bewußt geworden, daß sie in unserer universalen Bruderschaft, in den Konferenzen und in den Entitäten immer mehr Fuß fassen muß, indem auch neue Wege gefunden werden" (Von der Erinnerung zur Prophetie, 39).

    In den vergangenen zwanzig Jahren haben im Orden tiefgreifende demographische, ökonomische und strukturelle Veränderungen stattgefunden: wir haben wichtige Entscheidungen getroffen, was die Evangelisierung und die Ausbildung betrifft. Eine beachtliche Anstrengung wurde für das Wachstum des Ordens in jenen Gebieten unternommen, in denen er noch nicht vertreten war, gemäß dessen, was uns unsere Generalkonstitutionen im Artikel 116 auftragen. Dies hat ein Wachstum der unabhängigen, nicht mehr an die Mutter-Provinzen gebundenen "Einpflanzungen" und der Anzahl der Brüder in den ärmeren Ländern mit sich gebracht, während die Entitäten in den industrialisierten Ländern einen Rückgang zu verzeichnen haben. Den brüderlichen Weg der Evangelisierung und der Ausbildung aufrechtzuerhalten, wird in bestimmten Regionen immer schwieriger. Außerdem sind die Beiträge, die die Provinzen jedes Jahr den beiden Generalsekretariaten für Evangelisierung und Ausbildung in großzügiger Weise zur Verfügung stellen, immer unzureichender, eine Tendenz, die sich in Zukunft noch verstärken wird. Und nicht nur das: die Spender selbst, die größtenteils auf der nördlichen Erdhalbkugel leben, nehmen zahlenmäßig immer mehr ab. Schon sehr bald werden wir nicht mehr in der Lage sein, unsere laufenden Ausgaben zu bestreiten.

    Liebe Brüder, der Herr möge Euch Eure Spendenbereitschaft vergüten, die ein konkretes Zeichen der Brüderlichkeit und der Solidarität ist. Franziskus erinnert uns auch weiterhin daran, daß "das Almosen das Erbe und der gerechte Anteil ist, der den Armen zusteht" (NbReg 9,8).

    Der Herr segne Euch!


    Br. Giacomo Bini, OFM
    Generalminister

    P.S.: Bei der Einzahlung bitte nicht die Angabe des Verwendungszwecks "Jubiläums-Fonds" vergessen!

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    Created / Updated Friday, September 3, 1999 at 23:33:22
    by John Abela ofm for Communications Office - Rome
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