Fr. Giacomo Bini, Generalminister
Der Generalminister, Fr. Giacomo Bini, hat in Begleitung des Generaldefinitors für Lateinamerika, Fr. Gerard Moore, die beiden Provinzen in Kolumbien besucht. Der Minister traf sich mit den beiden Provinzdefinitorien und mit verschiedenen Gruppen von Brüdern, mit denen er über die Prioritäten des Ordens sprach. Außerdem wollte der Minister vor Ort die Entwicklung des Projektes des Büros für Gerechtigkeit und Frieden kennenlernen, das den Namen "Friedensmission in Kolumbien" trägt. Zu diesem Zweck traf er sich mit den Provinziälen und den Verantwortlichen beider Provinzen. Am 6. März leitete Fr. Giacomo die Eröffnungsfeier der Aula Magna der Universität vom hl. Bonaventura in Cartagena. Der Hörsaal mit 593 Plätzen ist einer der größten und modernsten in Kolumbien.
"St. Francis Residences" nennen sich die Häuser, die etwa 300 Obdachlosen und Menschen mit einer chronischen psychischen Krankheit Unterkunft bieten. Die Brüder der Provinz vom Heiligen Namen Jesu (USA) eröffneten die ersten Heime dieser Art in den Jahren 1980, 1983 und 1986. Diese wurden von der Stadt und dem Staat New York als Modelleinrichtungen gelobt. Die Brüder und die freiwilligen Laienhelfer leisten psychologischen, medizinischen, sozialen und geistlichen Beistand. "Wenn jemand zu uns kommt, nehmen wir ihn für den Rest seines Lebens hier auf", erklärt Fr. Felice, der zusammen mit Fr. McVean die Häuser leitet. "Man hält diese Menschen nicht für krank genug, um sie in einem Krankenhaus zu betreuen, sie sind aber nicht fähig zu arbeiten und für sich zu sorgen; wenn sie nicht hier wären, wären sie obdachlos". Die Zahl der kranken Obdachlosen in New York beträgt über 8.500.
Die Franziskaner-Observanten kamen 1493 auf die Insel Hispaniola (heute Haiti und Dominikanische Republik). 1524 evangelisierten etwa hundert Brüder die Inseln Hispaniola, Jamaika und Kuba. Im Konvent Santa María de Vera Paz in Puerto Principe, der heutigen Hauptstadt von Haiti, wurde der berühmte Enriquillo, der erste Guerillero von Amerika, von einem Franziskaner ausgebildet. Die Provinz von Santa Cruz, zu der die Insel Hispaniola gehörte, wurde zum Pfingstfest des Jahres 1505 errichtet. Die Provinz erreichte ihre größte Blütezeit in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und löste sich im Jahre 1882 auf. In den letzten zehn Jahren haben die Franziskaner ihre Mission in Haiti wieder aufgenommen, im heute ärmsten Land Amerikas, das eine Fläche von 27.750 km_ und eine Bevölkerung von 6.585.000 Einwohnern aufweist, von denen über 90% afrikanischer Herkunft sind. 84% der Bevölkerung ist katholisch, aber der Voodoo-Kult ist noch weit verbreitet. Am 19. März wurde der zehnte Jahrestag der Mission Pestel mit der Weihe einer neuen Kirche gefeiert. Die franziskanische Fraternität, die zur Provinz U.L.F. von Guadalupe (Mittelamerika) gehört, hat zwei zeitliche Professen aus Haiti. Mit Unterstützung der Pfarrangehörigen hat sie zehn Schulen errichtet, außerdem ein Gemeinschaftszentrum für die Ausbildung und die Animation der Leiter. In der Mission gibt es auch kirchliche Basisgemeinden und Kurse zur Entwicklung und zur kritischen Bewußtseinsbildung des Volkes. Der OFS blüht. Die Mission erregte das Interesse der Medien, als zwei Brüder und eine Schwester 2500 Boatpeople begleiteten, um der Welt die Tatenlosigkeit der internationalen Mächte angesichts der hoffnungslosen Situation dieses Landes vor Augen zu führen. Gründer der Mission war der Kanadier Fr. Raymond Mailhiot. Vom 3. bis 5. Mai besuchte der Generalminister, Fr. Giacomo Bini, in Begleitung des Generaldefinitors, Fr. Gerard Moore, die Brüder von Haiti.
Nach jahrelangen Bemühungen und ungeduldigem Warten ist es 250 obdach- und landlosen Familien gelungen, sich legal auf der Farm "Baronesa" in der Region Araguacema im Staat Tocantins (Brasilien) niederzulassen. Die Ansiedlung hat sich den Namen der Heiligen Klara gegeben. Die Familien erhielten von Anfang an Unterstützung von den Franziskanern von Araguacema, Fr. José Afonso und Fr. Deusdet. Auch andere Pfarreien der Vizeprovinz vom Heiligen Namen Jesu in Brasilien beteiligten sich finanziell zur Zeit der juristischen Verhandlungen am Brasilianischen Institut für Landreform und mit der Regierung des Staates Tocantins.
Mons. Roberto Ashta OFM, Bischof von Pult (Albanien), starb unerwartet am 12. April, dem Fest der Auferstehung, als er zu Fuß zum Dorf Dushan unterwegs war, wo er seine zweite Ostermesse hätte zelebrieren sollen. 1918 in Skutari geboren, trat er am 13. Juli 1934 in die Provinz von der Verkündigung Mariens (Albanien) ein. Zum Bischof von Pult, Púlati, in den rauhen albanischen Alpen ernannt, hatte er am 25. April 1993 von Papst Johannes Paul II. anläßlich seines historischen Besuches in Albanien die Bischofsweihe empfangen. "Ich grüße dich, Mons. Roberto Ashta, Bischof von Púlati, dem die Dankbarkeit der Gläubigen dieses Landes gilt für die in den vergangenen schwierigen Jahren erlittenen Leiden", so der Papst am Tag seiner Weihe. Er bezog sich dabei auf die Jahre 1974-1985, die Mons. Ashta in Zwangsarbeit zur Errichtung von Wasserkraftwerken verbrachte, zu der er vom kommunistischen Regime gezwungen worden war.
24 ruandische Priester, die in Rom leben, trafen sich am 28. März in der Kirche der OFM-Generalkurie, um zum Gedenken an Fr. Vjeko _uri_, der am 31. Januar 1998 den Märtyrertod starb, die Eucharistie zu feiern. Es konzelebrierten der Generalminister, Fr. Giacomo Bini, der Generaldefinitor für Afrika und den Vorderen Orient, Fr. Peter Williams, sowie weitere Brüder aus der Kurie. Anwesend waren auch ruandische Laien und Schwestern bzw. solche, die früher in der Mission in Ruanda gearbeitet haben. Die meisten der Zelebranten leben selbst im Exil und haben Fr. Vjeko und sein großes Engagement für die Befriedung des Landes sehr gut gekannt. Sie alle erbaten vom Herrn die Gnade, so bald wie möglich als Boten des Friedens und als Bauleute der Versöhnung nach Ruanda zurückkehren zu können. Etwa 50 ruandische Priester leben in Rom im Exil.
In Kivumu, der Gemeinschaft des Märtyrers Fr. Vjeko, hat sich seit Anfang März eine Fraternität von sechs Brüdern niedergelassen: 5 zeitliche Professen (4 ruandische und 1 burundischer), die am Ende ihrer Grundausbildung stehen, und Fr. Nicodème Kibuzehose aus Burundi als Ausbilder und vorläufiger Pfarrer. Die Fraternität ist derzeit "Filialhaus" der Gemeinschaft in Butare. Die franziskanische Familie in Ruanda hat sich vorgenommen, jedes Jahr an einem bestimmten Tag das Gedenken an jene zu erneuern, die ihre Liebe zu den ruandischen Brüdern mit dem Leben bezeugt haben. Am 14. April trafen sich die Oberen der verschiedenen franziskanischen Institute, die in Ruanda vertreten sind, um ein gemeinsames Programm für die nächsten Jahre aufzustellen. Derzeit sind folgende Institute in Ruanda vertreten: die Minderbrüder, die Klarissen, die Büßerinnen vom hl. Franz von Assisi, die Franziskanerinnen vom Reich Jesu Christi, der OFS und das Säkularinstitut vom Königtum Christi.
Aus Solidarität mit anderen Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO) haben die Mitglieder von Franciscans International Briefe an die Führer der Welt geschrieben, in denen sie folgende Herausforderungen zur Sprache bringen:
1. Den Treibhauseffekt und die Erwärmung der Erde (USA). 2. Die Antipersonen-Minen (USA, Kanada, Deutschland, Belgien, Frankreich, Mosambik, Schweden, Norwegen, Irland, Südafrika, Großbritannien und an die Unterzeichnerstaaten des Vertrages von Ottawa). 3. Das Schicksal der Arbeiter in den Philippinen. 4. Den Schuldenerlaß für das Ausland und das Jubiläum 2000 (an alle Regierungen der reichen Länder). 5. Die Einrichtung eines Büros für Abrüstung an der UNO. 6. Die Reduzierung der Rüstungsausgaben zur Förderung von Programmen für die Gesundheitsfürsorge, die Erziehung und den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit.
Franciscans International und die Büros der Franziskaner für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung unterstützen die Initiative von 23 "Friedensnobelpreisträgern", die an alle Staatsoberhäupter der UNO geschrieben haben mit der Bitte, das Jahr 2000 zum Jahr für die Erziehung zur Gewaltlosigkeit und das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends zum Jahrzehnt der Kultur der Gewaltlosigkeit zu erklären. "Heute leiden in allen Ländern - so hoben die Nobelpreisträger hervor - die Kinder unbeachtet an den Auswirkungen und Konsequenzen der physischen, psychologischen, sozioökonomischen, umweltbedingten und politischen Gewalt. Wir müssen für die Menschen eine neue Kultur schaffen - die Kultur der Gewaltlosigkeit -, die den Kindern Hoffnung gibt". Die GFBS-Büros in den Provinzen können weitere Informationen zum modus procedendi geben.
Am Dienstag, dem 24. März, am Vortag des Festes Verkündigung des Herrn, wurde die Partnerschaft zwischen dem Heiligtum der Verkündigung von Nazareth und dem Heiligtum der Menschwerdung von Loreto, das eine Hüter der Heiligen Grotte, das andere Hüter des Heiligen Hauses der irdischen Wohnstatt Mariens, besiegelt. Die feierliche Zeremonie bildete den Höhepunkt einer Gebetswache, an der zahlreiche Gäubige, besonders Jugendliche, teilnahmen. Der offizielle Akt der Partnerschaft wurde vom Erzbischof und Prälaten von Loreto, Mons. Angelo Comastri, und vom Kustoden des Heiligen Landes, Fr. Giuseppe Nazzaro, unterzeichnet. Diese Geste der Gemeinschaft schafft ein Band der Liebe zwischen den Heiligtümern von Nazareth und Loreto. Zwei Initiativen wurden unmittelbar danach vom Heiligtum in Loreto gestartet: ein Stipendium für einen Universitäts-Studenten christlicher Religion, gestiftet von der Päpstlichen Delegation und von der Prälatur von Loreto, und die Errichtung eines Zentrums in Nazareth für die christlichen Familien, unterstützt von der Fraternität der Kapuziner in Loreto.
Fr. Barnabé Lafond, aus der Provinz vom hl. Josef (Kanada), blickt am 15. August auf 78 Jahre seit Ablegung der franziskanischen Profeß zurück. Der älteste Priester Kanadas, am 9. Juli 1900 in Ste-Martine (Québec) geboren, begeht am 11. Juli sein 72. Priesterjubiläum. In den Jahren 1929-1935 war er Missionar in der chinesischen Region Tibet, besonders unter den Leprosen, für die er ein Hospital errichtet hat. Dann war er 24 Jahre Beichtvater an der Basilika im Lateran in Rom.
Fr. Alberto Campos Hernándes wurde am 31. Mai im Marienheiligtum von Zapopán, Mexiko, zum Bischof geweiht. Johannes Paul II. hatte ihn am 14. Februar zum Apostolischen Vikar von San José de Amazonas in Peru ernannt. Fr. Alberto ist am 5. Juni 1951 in Fresnillo, in der Diözese Zacatecas (Mexiko), geboren. 1970 in den Orden eingetreten, legte er am 21. April 1979 die feierliche Profeß ab und wurde am 2. August desselben Jahres zum Priester geweiht. Nach seinem Pastoraldienst in der Prälatur Jesús Maria in El Nayar (Mexiko) in den Jahren 1979 bis 1987 war er bis 1990 Magister der Novizen und dann bis 1993 Provinzdefinitor. Ab November 1994 wirkte er als Missionar in Uganda, zuerst in der Diözese Kabale, dann als Oberer der Fraternität Rushooka, in der Diözese Mbarara.
Das Vikariat San José de Amazonas im Nordosten Perus, das der kanadischen Provinz vom hl. Josef anvertraut ist, hat eine Fläche von 135.000 km_ und eine Bevölkerung von 89.600 Einwohnern. Hauptstadt der Region und Sitz des Vikariates ist Indiana, eine ländliche Siedlung mit ca. 2.500 Einwohnern. Die Bevölkerung lebt ausschließlich entlang der Flußläufe, in einem Zustand großer Armut. Das Landesinnere besteht aus dichtem Wald, ohne Straßen und ohne Lebensgrundlagen. Zum Vikariat gehören derzeit 5 Diözesan- und 7 Ordenspriester, 3 Laienbrüder, 29 Ordensschwestern und 7 weltliche Missionare. Das Apostolat wird hauptsächlich durch die großen Entfernungen und durch die schlechten Verkehrsverbindungen behindert. Reisen von einem Ort zum andern finden nur per Boot statt. In diesem Umfeld will Mons. nach seinem Bischofsmotto leben: Der Herr ist mein Hirte. Wenn er seinen Dienst antritt, hat er zwei große Anliegen: den einheimischen Klerus zu fördern und Missionare und Missionarinnen zu finden, die bereit sind, die Projekte des Vikariates vorwärts zu bringen.
Der Heilige Vater hat den Verzicht auf die pastorale Leitung der Erzdiözese São Paulo (Brasilien) angenommen, den Kardinal Paulo Evaristo Arns OFM im Einklang mit Kan. 401 (section) 1 (15.4.98) eingereicht hatte. Mons. Arns wurde am 2.5.1966 zum Auxiliarbischof von São Paulo ernannt. 1970 wurde er Erzbischof und 1973 Kardinal.
Der Heilige Vater hat folgende Ernennungen ausgesprochen:
Assisi Cuore del Mondo, Fr. Gualtiero Bellucci. Editrice Velar/Edizioni Porziuncola. Assisi 1997, 136 S. Das Buch trägt den Untertitel "Touristischer Führer", aber es ist mehr als ein Reiseführer: es ist ein fotografisches Kunstwerk, ein spiritueller Wegbegleiter, ein Lehrwerk über den Reichtum des Weges, den das Assisi von Franziskus und Klara darstellt.
Termine des Generalministers
Friedensmission in Kolumbien
USA: Kranke und Obdachlose
Haiti: Präsenz der Minderbrüder
Brasilien: Friedliche Landnahme
Große und kleine Neuigkeiten
Albanien: Unerwarteter Tod von Mons. Roberto Ashta
Rom: Ruandische Priester gedenken Fr. Vjeko
Ruanda: ein gemeinsamer franziskanischer Weg
Die Herausforderungen von Franciscans International
Die Kultur der Gewaltlosigkeit
Partnerschaft zwischen Nazareth und Loreto
Kanada: 78 Jahre Profeß
Apostolischer Vikar von S. José de Amazonas
Lukumwena: Bischof von Kole (ehem. Zaire)
Am 21. Juni wird Fr. Stanislas Lukumwena, am 14. Februar vom Heiligen Vater nominiert, zum Bischof von Kole geweiht. Die Bischofsweihe findet in der Kathedrale von Kole statt.
Fr. Stanislas ist am 24. Juli 1949 in Tshikapa, in der Diözese Mbujimayi, geboren. Die religiöse Ausbildung und seine Studien zur Vorbereitung auf das Priestertum absolvierte er in seiner Heimatregion. Am Antonianum in Rom erwarb er dann den Doktortitel in Spiritualität. Am 27. August 1978 legte er die feierliche Profeß ab und wurde am 31. März 1979 in Rom zum Priester geweiht. Nach seiner Rückkehr in die Heimat bekleidete er zahlreiche Ämter, u.a. war er Guardian für die Region Kasai (1983-85), Provinzvikar von Zaire (1985-88), Generalsekretär der Vereinigung der Höheren Ordensoberen in Zaire (1988-94) und Leiter des Institutes für Spiritualität für Ordensleute (1989-94). Seit 1994 war er Provinzialminister der Vizeprovinz vom hl. Benedikt dem Afrikaner in der heutigen Demokratischen Republik Kongo und der Zentralafrikanischen Republik.
Die Diözese Kole, Suffraganbischofssitz von Kananga im Zentrum der Demokratischen Republik Kongo, hat eine Fläche von 66.000 km_ und besteht teils aus Wald, teils aus Savanne. Sie hat eine Bevölkerung von 285.000 Einwohnern, darunter 80.000 Katholiken, und ist in zehn Pfarreien unterteilt, mit pastoralen Zentren und zahlreichen Basisgemeinden. Sie verfügt über 29 Priester: 22 Diözesan- und 7 Ordenspriester. Hinzu kommen 7 Laienbrüder und etwa fünfzig Ordensschwestern. Die Zahl der Seminaristen beträgt 28, die der Katechisten 440.
Römische Kurie
Generalkurie
Franziskanische Neuerscheinung
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