Hören wir einen kurzen Abschnitt aus der nicht bullierten Regel (9, 10-12): Und vertrauensvoll soll einer dem anderen seine Not offenbaren, damit er ihm das Notwendige ausfindig mache und verschaffe. Und jeder liebe und ernähre seinen Bruder, wie eine Mutter ihren Sohn liebt und ernährt; dabei wird Gott ihm Gnade schenken.
An den Beginn unseres Zusammenlebens stellt Franziskus das Bitten, nicht das Geben: damit will er sagen, daß wir zum Aufbau einer echten Gemeinschaft fähig sein müssen, die Hand auszustrekken, daß wir erkennen müssen, daß wir nicht alles allein machen können, sondern in uns verspüren, daß wir den Bruder und die Schwester an unserer Seite nötig haben. Ohne diese Demutshaltung (daß ich meine Abhängigkeit erkenne die Hand ausstrecke, um Hilfe zu erbitten) ist eine echte Gemeinschaft nicht möglich.
An zweiter Stelle kommt das Geben, daß ich auf eine Bitte des Bruders/der Schwester eingehe, daß ich die Augen offen halte, und zwar nicht nur für meine Not, sondern auch für die des anderen. Zweierlei ist dabei hervorzuheben: ich muß all die Dinge hergeben, für die Gott mir Gnade schenken wird. Ich selbst verfüge ja über nichts: durch die Bruderschaft habe ich die Erfahrung gemacht, daß ich radikal arm bin (umso angebrachter ist es, daß ich mit dem Bitten beginnen muß!). So teile ich als Armer mit meinem Bruder das, was der Herr mir geschenkt hat (Dinge, Fähigkeiten, Zeit etc.).
Schließlich müssen wir auch den Vergleich mit der Mutter und die Nuancen der beiden benutzten Verben beachten: ernähren und lieben. Wir wissen, daß Franziskus nicht will, daß sich seine Brüder Väter nennen lassen: nur einer ist der Vater, und zwar der Vater im Himmel, und wir müssen uns darüber im klaren sein, daß kein Mensch an seine Stelle treten kann. Franziskus scheut sich aber nicht, seine Brüder zu bitten, einander Mütter zu sein. Und dieses "Mutter-sein" kommt in zwei Situationen zum Ausdruck: im Lieben und Ernähren. Wir müssen begreifen, daß der Bruder oder die Schwester nicht nur um ein Stück Brot oder um ein Kleidungstück bittet, sondern vor allem darum, angehört, aufgenommen und geliebt zu werden.
Fr. Giacomo Bini, 15.11.1997
Der Generalvikar, Fr. Stefan Ottenbreit, war bei der Grundsteinlegung des Hauses der Stille dabei, das auf dem Berg der Kreuze in Litauen entstehen wird. Das neue Haus wird zum großen Teil von der toskanischen Provinz finanziert, die sich unter dem Motto "Ein Stein für einen Traum" an die Spendenbereitschaft aller Mitbrüder gewandt hat. Das zwei Stockwerke umfassende Gebäude, um einen Kreuzgang herum und in der Form des litauischen Kreuzes gebaut, soll Noviziatshaus, Ort des Gebetes und der Kontemplation sein. "Während alles Bemühen um die Einheit der europäischen Nationen nur auf das Ökonomische ausgerichtet zu sein scheint, werden die Minderbrüder auf dem Berg der Kreuze, wie auf dem La Verna, Verkündiger der Einheit sein können, die aus Jesus Christus erwächst", so äußerten sich die Provinzialminister der Toskana und Litauens in einem Brief vom 9.5.98 an die Brüder. Der "Grundstein" wurde aus La Verna mitgebracht. Am 17. September 1993, als Papst Johannes Paul II. zu den Brüdern auf dem La Verna sprach, sagte er: "Die ganze Menschheit, besonders Europa, sollte zum La Verna und zum Berg der Kreuze gehen, um die Verweltlichung überwinden zu können". Aus dieser geistigen Verbindung enstand die Idee eines Hauses der Stille auf dem Berg der Kreuze, das mit dem La Verna eine Partnerschaft eingehen sollte. Der Berg ist eine leichte Erhebung inmitten einer prächtigen Ebene im Norden Litauens. Schon seit mehreren Jahrhunderten betrachtet das Volk diesen Ort als sein Heiligtum: Tag und Nacht kommen dort Pilger aus dem ganzen Land an. Oft wird zur Erinnerung ein Kreuz aufgestellt. Zur Zeit der sowjetischen Besetzung (1940-1989) haben russische Bagger mehrmals den Berg eingeebnet und die Kreuze zerstört, aber nichts hat den Glauben des Volkes auslöschen können, das immer wieder die Kreuze erneuerte. Die ersten Minderbrüder kamen zu einer Zeit nach Litauen, als der Orden noch in den Anfängen war, um die Mitte des 13. Jahrhunderts. In Kretinga haben die Klarissen mit finanzieller Unterstützung der venezianischen Franziskaner-Provinz den Grundstein zu ihrem Kloster gelegt.
Auf Vorschlag der Interfranziskanischen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden schrieben die Generalminister und der Präsident der Internationalen Franziskanischen Konferenz einen "Brief an die Regierenden" über das atomare Wettrüsten. Die Botschaft wurde über die Büros von Franciscans International in New York an die Führer der Welt geschickt. Der Brief bringt die Besorgnis über die jüngsten Atomversuche und das Wettrüsten zum Ausdruck, das sich immer mehr steigert, obwohl 148 Staaten den Atomwaffen-Sperrvertrag unterzeichnet haben. "Wir verweisen auch so die Minister - auf die drastischen Auswirkungen der Atomwaffenindustrie auf die Armen, vor allem auf die Kinder. Unser Protest richtet sich nicht nur gegen die Zerstörung durch einen möglichen Einsatz dieser Waffen, sondern gegen die riesigen Geldsummen, die in die Forschung, Entwicklung und Herstellung dieser Massenvernichtungswaffen investiert werden."
Fr. Sandro Overend, aus der maltesischen Provinz, bisher Pro-Rektor des Kollegs der Studenten am Antonianum, wurde zu dessen Rektor ernannt.
Als Initiative der Päpstlichen Marianischen Akademie findet vom 15. bis 24. September 2000 in Rom der Internationale Marianisch-Mariologische Kongreß statt, und zwar im Rahmen des offiziellen Jubiläums-Programms.
Das "Franciscan Institute" (Universität S. Bonaventure) hat ein großes Projekt zum Abschluß gebracht: Die Herausgabe in zwei Bänden des kritischen Textes der Metaphysica des Johannes Duns Skotus. Das Projekt wurde finanziell unterstützt von der National-Stiftung für Geisteswissenschaften. Fr. Allan Wolter und G. Etzkorn haben denselben Text in Englisch veröffentlicht.
Dem seligen Johannes Duns Skotus wurde das nationale Seminar von Glasgow zur Vorbereitung der künftigen Priester Schottlands geweiht.
In Cairu (Bahia) in Brasilien wurde die UMA (Freie Universität des Atlantischen Waldes) gegründet: eine Nichtregierungs-Organisation, die das Ziel verfolgt, vom atlantischen Wald in Brasilien zu retten, was noch zu retten ist, uns zwar durch Erziehung und Bewußtseinsbildung der Bevölkerung und durch Verbesserung der Lebensqualität des Waldes. Die UMA ist im ehemaligen Franziskaner-Konvent vom hl. Antonius untergebracht und hat sich den hl. Franziskus zum Patron erwählt.
Die Provinz vom hl. Antonius in Brasilien hat ein Mattenkapitel abgehalten zum Thema: "Der Heilige Geist, der Wind und das Feuer". Das Treffen fand vom 13. bis 17. Juli in Ipuarana statt.
"Doktor der Hoffnung", so nannte der Erzbischof von Goiania (Brasilien), Mons. Antonio Ribeiro, den emeritierten Erzbischof von São Paulo, Kardinal Arns, bei der Verleihung des Ehrendoktortitels "Honoris Causa" an der Katholischen Universität von Goiás.
Die sieben Rotary-Clubs von Bologna und der Bürgermeister der Stadt vergaben die höchste Auszeichnung der Rotarier, den Paul-Harris-Preis, an Fr. Ernesto Caroli, den Schöpfer und Gründer des Antonianum von Bologna.
El Jubileo del año 2000: en camino hacia Roma y Asís, so der Titel des mit schönen Fotos ausgestatteten Buches von Fr. Emerito Merino Abad (Madrid 1998, 144 S.), das dem Pilger des Heiligen Jahres 2000 helfen will, in der Poesie und im Glauben den Weg der Buße nach Rom und nach Assisi zu gehen. Text in spanischer Sprache.
Molteplici esperienze dell'unico Vangelo, so der Titel des von Fr. Tecle Vetrali (Lehrstuhl für Theologie und Spiritualität der Ökumene, Venedig 1998) besorgten Buches. Eine zweisprachige Publikation (italienisch und russisch), der erste Band einer Reihe, die Orte der Begegnung zwischen den spirituellen Erfahrungen der russisch-orthodoxen Kirche und denen des Franziskanerordens sucht. Die russischen Autoren stellen den hl. Sergius von Radonez, den hl. Serafim von Sarov, die hl. Elisabeth und den hl. Nikolaus von Myra vor; die Franziskaner hingegen den hl. Franziskus, den hl. Antonius und die hl. Klara.
Das Generaldefinitorium ernannte Fr. Barnaba Hechich, aus der venezianischen Provinz, für drei Jahre zum Vorsitzenden der Skotus-Kommission. Stellvertretender Vorsitzender ist Fr. César Saco Alarcón, aus der Provinz von Santiago de Compostela.
Fr. Feliciano Foy, aus der Provinz vom Heiligsten Namen Jesu (USA), wurde mit der Medaille "Pro Ecclesia et Pontifice" ausgezeichnet. Fr. Feliciano, seit 1962 Herausgeber der "Catholic Almanac", erhielt die päpstliche Auszeichnung aus den Händen des Diözesanbischofs, Mons. Frank Rodimer, in der Kathedrale von Paterson.
Fr. Marcellian Madi, aus der Provinz vom hl. Johannes von Kapistran in Ungarn, hat seinen 100. Geburtstag gefeiert. Im reifen Alter in den Orden eingetreten, verrichtete er 40 Jahre den Pfortendienst im Provinzialat von Budapest. Zu seinem Festtag schickte ihm der Generalminister ein Glückwunschschreiben.
Die Provinz vom hl. Franziskus und vom hl. Jakobus in Mexiko hat den 90. Jahrestag ihrer Gründung begangen. Die Feier fand am 22. Juli in der Basilika und im Konvent U.L.F. von Zapopan statt.
Am 16. Februar 1998 gewährte die Päpstliche Behörde für Ablaßfragen am alkantarinischen Heiligtum von Arenas de San Pedro alle Ablässe eines Jubiläumsjahres während des 500. Jahrestages der Geburt des hl. Petrus von Alcantara (19. Oktober 1998 19. Oktober 1999). Im vergangenen Jahr brachte die BAC (Biblioteca de Autores Cristianos) das Werk Leben und Schriften des hl. Petrus von Alcantara (550 S.) heraus. Text in spanischer Sprache.
In der Januar-Februar-Ausgabe 1998 der Zeitschrift Studi Ecumenici (142 S.) erscheinen die Beiträge des Seminars zum Thema "Zusammen, um zu beten, oder zusammen beten?". Das Seminar war eine Veranstaltung des Lehrstuhls für Theologie und Spiritualität der Ökumene "Uno il Signore" am Institut für ökumenische Studien S. Bernardino und fand vom 15. bis 17. März 1997 statt. Der Text ist in italienischer Sprache. Studi Ecumenici ist eine vierteljährlich erscheinende Zeitschrift, die vom "Istituto di Studi Ecumenici S. Bernardino", Castello 2786, I-30122 Venezia herausgegeben wird. Fax: +39.041.5228323. E-Mail: isecat@micanet.it
Mons. Cláudio Hummes OFM, Erzbischof von São Paulo, und Mons. Angelo Massafra OFM, Erzbischof von Skutari, erhielten am 29. Juni aus den Händen Papst Johannes Pauls II. das Pallium.
Die Provinz von der Himmelfahrt Mariens, Argentinien, hat in der ehemaligen Kapelle das neue historische Archiv eingeweiht, das mit den modernsten Techniken ausgestattet ist.
Die Doktorarbeit von Fr. Nicola Giampiero OFMCap zum Thema "Kardinal Ferdinando Antonelli und die Entwicklung der Liturgiereform von 1940 bis 1970" (vgl. Fraternitas vom September 1996) wurde in der anerkannten Reihe Studia Anselmiana, herausgegeben vom gleichnamigen benediktinischen Athenaeum in Rom, veröffentlicht.
Am 11. Juni fand im Konvent S. Crispino (OFMCap) in Orvieto das erste Treffen der Provinzialminister und Provinzdefinitoren der franziskanischen Familien Latiums statt. Nach dem Referat von Fr. Faustino Ossana OFMConv gab es einen Erfahrungs- und Meinungsaustausch. Es wurden zahlreiche Vorschläge für gemeinsame Initiativen für das Jubiläum gemacht. Das Treffen, an dem alle geladenen Brüder teilnahmen, wurde einberufen, um das gegenseitige Kennenlernen zu verbessern und die Gemeinschaft und die Achtung voreinander im Geist des heiligen Franziskus zu fördern. Zu den Vorschlägen, auf die man sich einigte, gehörte auch das Treffen der Guardiäne der franziskanischen Familien Latiums am 9. September 1998 im Konvent S. Antonio al Monte in Rieti.
Fr. Pedro Ruano, aus der Provinz Kastilien (Spanien), und Fr. Diego Tiphrine Kenny, aus der Provinz von Buenos Aires (Argentinien), wurden vom Generaldefinitorium zu Mitgliedern der Internationalen Kommission für Ökonomische Fragen (CIRE) ernannt.
Das Generaldefinitorium hat den Anschluß der Internationalen Päpstlichen Marianischen Akademie (PAMI) an das Pontificium Athenaeum Antonianum als wissenschaftliche, auf den Fachbereich der Mariologie spezialisierte Institution approbiert. Die PAMI setzt sich folgende Ziele: Die Einrichtung des Lehrstuhls der Mariologie "B. Giovanni Duns Scoto" zu fördern und in Absprache mit den akademischen Autoritäten des PAA für dessen Funktionieren zu sorgen.
Forschungen und akademische Studien zur Mariologie zu fördern, besonders seitens der franziskanischen Familie, und die Veröffentlichung von Doktorarbeiten und anderen Studien in den wissenschaftlichen Reihen der PAMI zu besorgen.
In Zusammenarbeit mit dem PAA das Studium der Mariologie in den Ausbildungszentren des Ordens zu fördern.
Dem PAA die eigene Bibliothek und den Balic-Fonds mit all seinen Werken und Manuskripten zur Verfügung zu stellen.
Die Kölnische Provinz hat den 20. Todestag von Fr. Kajetan Eßer begangen, der im ganzen Orden wegen seiner Studien über die Schriften des hl. Franziskus bekannt ist. Die Feier fand am 10. Juli in Mönchengladbach statt. Fr. Herbert Schneider hielt ein Referat über die Person des K. Eßer und Fr. Johannes Baptist Freyer sprach über das geistige Schaffen und die Geschichte seines Werkes. In einem Brief an den Provinzialminister, Fr. Klaus-Josef Färber, schreibt der Generalminister unter anderem: "Br. Kajetan Eßer war sicherlich ein Geschenk Gottes für die Provinz von den Heiligen Drei Königen, für den Orden und für die gesamte franziskanische Familie ... Meines Erachtens gibt es zwei Wege, auf denen weiterzugehen uns die Person des K. Eßer auffordert: vor allem das Bemühen um eine immer gründlichere Kenntnis des hl. Franziskus, des echten Franziskus, wie er aus seinen Schriften hervortritt, und der großartigen Erfahrung des Lebens im Heiligen Geist, die sich in jenen Seiten auftut. Eine zweite Herausforderung, die uns von Br. K. Eßer präsentiert wird, betrifft die Bedeutung und den Stellenwert des Studiums für die evangelische Lebensweise, die zu befolgen wir uns verpflichtet haben: nicht ein Studium zum Selbstzweck..., sondern ein Studium im Sinne eines leidenschaftlichen Suchens nach der Wahrheit, eines tiefen Verlangens, mit dem Herzen und mit dem Verstand zu sehen und immer besser an die Liebe Gottes, der in der Welt und in der Geschichte wirkt, glauben zu können."
Vom 1. bis 4. Juni fand in der tridentinischen Provinz S. Vigilio ein Kapitel zur Spiritualität und Weiterbildung statt. Das Thema: "Die ganze Erde mit dem Evangelium Christi erfüllen". Am Kapitel beteiligten sich der Generalminister, Fr. Giacomo Bini, und der Generaldefinitor, Fr. Antonio Riccio, in Begleitung des Vize-Generalsekretärs, Fr. Pio Vulcan. Am Nachmittag des 3. Juni gab der Minister ein persönliches Bekenntnis zum Thema der Evangelisierung, wobei er die verschiedenen Phasen seiner Erfahrung des franziskanischen Lebens in Italien, in Afrika und im Dienst am Orden unter diesem Blickwinkel Revue passieren ließ. Am Morgen des 4. Juni stellte er vor etwa 50 Brüdern die Prioritäten des Ordens vor, wobei er besonders die Priorität des Geistes des Gebetes und der Hingabe, der Bruderschaft auf dem Weg und der Ausbildung hervorhob.
Am Nachmittag desselben Tages traf er sich mit den Vertretern des OFS, der Jungen FG und der franziskanischen Ordensschwestern. Zu seinem Besuchsprogramm gehörten auch die jungen Brüder in Ausbildung, die Brüder in der Krankenstation der Provinz, die Klarissen im Kloster Borgo Valsugana, das Haus der offenen Tür für die neuen Armen in Cles und das Provinzdefinitorium.
"Die Provinz braucht ein neues Pfingsterlebnis. Sie braucht Feuer im Herzen, das rechte Wort auf den Lippen und einen prophetischen Blick ... und deshalb ist es mein inniger Wunsch, sie in die mütterlichen Hände der omnipotentia supplex Mariens zu übergeben." Mit diesen Worten forderte der Provinzialminister von Assisi alle Gemeinschaften der Seraphischen Provinz auf, eine Wallfahrt nach Loreto zu unternehmen. Am frühen Morgen des 28. Mai brachen etwa 160 Brüder von der Portiunkula auf und begaben sich nach Loreto, wo sie von den Kapuzinern, die dort ihren Dienst verrichten, brüderlich empfangen wurden. Nach einer Einführung in die Geschichte und in die Spiritualität des Heiligtums folgte eine Zeit des persönlichen Gebetes. Die Eucharistiefeier am späten Vormittag leitete Mons. Angelo Comastri, der Päpstliche Delegat für das Loreto-Heiligtum. Es war ein höchst spiritueller Augenblick, als der Provinzialminister, Fr. Giulio Mancini, im Namen der ganzen Provinz den Akt der Weihe an die Gottesmutter vollzog. Nach dem Mittagessen im Konvent "Casa S. Francesco" der Franziskaner-Provinz von den Marken besuchten die Brüder das Heiligtum vom hl. Josef von Copertino in Osimo, das von den Konventualen betreut wird. Die Wallfahrt hat somit die drei franziskanischen Familien brüderlich vereint.
Das Kulturzentrum des Chinesisch-Europäischen Instituts (Löwen) ist der Herausgeber der Louvain Studies, einer Chronik der chinesischen Kirche, die von Missionaren aus Flandern evangelisiert wurde. Der dritte Band trägt den Titel: "The China Archives of the Belgian Franciscans - Inventory". Die ersten beiden flämischen Missionare brachen im Jahre 1872 nach China auf. 1891 übertrug die Kongregation für die Verbreitung des Glaubens der Provinz vom hl. Josef in Belgien das Apostolische Vikariat südwestlich von Hubei. Nach der kommunistischen Revolution flüchteten die belgischen Brüder nach Taiwan. Das wissenschaftliche und historische Werk von 416 Seiten ist ein Katalog der Missionsdokumente im Archiv der Provinz vom hl. Josef in Belgien.
Der Heilige Vater ernannte am 24.6.98 Fr. Célio de Oliveira Goulart, aus der Provinz vom Heiligen Kreuz in Brasilien, zum Bischof von Leopoldina.
Nachdem die Vorkommission der Versammlung der Präsidenten der Konferenzen im Mai ihre Ergebnisse vorgestellt hat, ernannte das Generaldefinitorium, wie vom Generalkapitel gefordert, die Kommission für die Reform der Strukturen des Ordens: Fr. Peter Williams (Generaldefinitor), Fr. Romain Mailleux (Grottaferrata), Fr. Hermann Punsmann (Antonianum), Fr. Joseph Chinnici (Provinz von der hl. Barbara, USA), Fr. Manoel Blanco (Provinz Kastilien, Spanien), Fr. Velimir Blazevic (Provinz vom Hl. Kreuz, Bosnien), Fr. Sebastião Kremer (Provinz von der Unbefleckten Empfängnis, Brasilien) und Fr. Pierantonio Norcini (Generalsekretär).
Fr. Stefan Ottenbreit, Generalvikar, Fr. Romain Mailleux, Leiter der Editionen von Grottaferrata, Fr. José Antonio Merino, Rektor des Antonianum, Fr. José R. Carballo, Generaldefinitor und Generealsekretär für Ausbildung und Studien, Fr. Constâncio Nogara, Rektor der Universität St. Franziskus, Brasilien, und Fr. Anthony Carozzo, Rektor des Franciscan Institute, St. Bonaventure University, USA, sind die Mitglieder der neuen Kommission für die Stärkung von Grottaferrata. Die Kommission soll sich Gedanken machen über den Ausbau der Studien, der Forschung, der Ausbildung und des kulturellen Erbes.
Nach einer mehrjährigen Phase der Reflexion beschloß die Byzantinische Kustodie der Hl. Maria von den Engeln, USA, mit Sitz in Sybertsville (PA) auf dem Kapitel im April 1998, sich der Provinz von der Himmelfahrt Mariens (Pulaski, WI) anzuschließen.
Das entsprechende Dekret des Generalministers vom 13.6.98 wurde vom Generaldelegat für die byzantinischen Brüder, Fr. Romano S. Almagno, von der Provinz von der Unbefleckten Empfängnis, USA, in einer Provinzversammlung der Provinz von der Himmelfahrt Mariens verkündet. Die Brüder der Kustodie wurden mit Freude und Herzlichkeit begrüßt. Die Brüder der ehemaligen Kustodie werden den byzantinischen Ritus beibehalten.
Francesco d'Assisi, Jacques Le Goff. Col. Presenza di San Francesco, 42. Edizioni Biblioteca Francescana, Milano 1998, 128 S.
Ursprünglich in Französisch verfaßt, wurde das Buch nie in der Sprache des Autors veröffentlicht. Die italienische Version geht auf das Jahr 1967 zurück und wurde in der Reihe Protagonisti della Storia Universale herausgebracht. Jacques Dalarun erzählt in einer langen Einleitung die Geschichte des Textes und sagt, dieses kleine Buch habe drei Kardinaltugenden: es sei generös, neu und einfach geschrieben.
San Francesco d'Assisi, Tommaso Gallarati Scotti. Edizioni Biblioteca Francescana, Milano 1998, 90 S.
Diese Lebensbeschreibung des hl. Franziskus wurde 1926 auf Anregung der Nationalvereinigung für die Interessen Süditaliens zur Feier des 700. Todestages des Heiligen und zur Förderung der Bildung und der moralischen Aufrichtung des Volkes veröffentlicht. Es ist der dritte Band der Reihe "Sesto Sigillo" (Sechster Siegel), eine Reihe von Neuauflagen franziskanischer Texte, die Geschichte gemacht haben.
Im Juni ernannte das Generaldefinitorium die Mitglieder der drei Kommissionen des Dienstes für den Dialog. Für die Kommission für Ökumene: Fr. Tecle Vetrali (Venezianische Provinz, Präsident), Fr. Felix Neefjes (Provinz vom Hl. Kreuz, Brasilien), Fr. Corrado Trabucchi (Fundation vom hl. Franziskus, Rußland und Kasachstan), Fr. Hilaire Valiquette (Provinz U.L.F. von Guadalupe, USA), Fr. Romualdo Fernández Ferreira (Kustodie vom Hl. Land), Fr. Joseph Masloum (Vize-Provinz von der Hl. Familie, Ägypten). Für die Kommission "Dialog mit den Kulturen": Fr. Fabio Duque (Provinz von Santa Fé, Kolumbien, Präsident), Fr. Francisco M. Fresneda (Provinz Murcia, Spanien), Fr. Jorge Martínez (Provinz Mariä Himmelfahrt, Argentinien), Fr. Hilário da Cruz Massinga (Kustodie von der hl. Klara, Mosambik), Fr. Rigoberto Caloca-Rivas (Provinz von der hl. Barbara, USA), Fr. Samuel Truong Dinh-Hoè (Provinz Vietnam). Für die Kommission "Interreligiöser Dialog": Fr. Giorgio Bertin (Missionar in Somalia, Präsident), Fr. Alan Castillo (Philippinische Provinz), Fr. Ivo Markovic (Provinz vom Hl. Kreuz, Bosnien), Fr. Frédéric Manns (Biblisches Zentrum, Jerusalem), Fr. J. Dominic Chovallor (Provinz Indien). Der Koordinator der drei Kommissionen ist der Generalvikar, Fr. Stefan Ottenbreit.
Fr. Giacinto d'Angelo (59) wurde zum Provinzialminister der Provinz Salerno (Italien) gewählt.
Fr. Stefan Bankovic (33) wurde zum Provinzialminister der slowakischen Provinz gewählt.
Fr. Józef Czura (45) wurde zum Provinzialminister der Provinz Mariä Himmelfahrt (Polen) gewählt.
Fr. Jan van Duijnhoven (62) wurde erneut zum Provinzialminister der holländischen Provinz gewählt.
Fr. José González (48) wurde zum Provinzialminister der Provinz von Santiago de Compostela gewählt.
Am 25. und 26. Mai trafen sich in Buenos Aires die OFS-Assistenten von Argentinien, Uruguay und Chile zum Studium der Statuten und der Dokumente über die geistliche Assistenz des OFS. Teilnehmer waren die Franziskaner, die Konventualen und die Kapuziner. Die Versammlung forderte alle Provinzen des Ersten Ordens auf, Provinztreffen der Assistenten zu organisieren und das Thema der geistlichen Begleitung des OFS auf ihren nächsten Kapiteln zu behandeln. Die Teilnehmer äußerten darüber hinaus den Wunsch, in zwei Jahren ein zweites Treffen mit allen Assistenten der Provinzialenkonferenz Cono Sur zu veranstalten.
Fr. Anselmo Brand, Vize-Provinz von den Sieben Freuden Mariens in Brasilien, für die Provinz vom hl. Antonius in Bolivien.
Fr. Rafael Colomer, Provinz vom hl. Franziskus Solanus in Argentinien, für die Provinz von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit in Chile.
Fr. Hieronymus Dlubis, Provinz Mariä Himmelfahrt in Polen, für die Provinz Maria von den Engeln in Polen.
Fr. Benignus Piechota, Provinz vom hl. Franziskus in Polen, für die Provinz von der Unbefleckten Empfängnis in Polen und die Kustodie in der Ukraine.
Ein Stein für einen Traum
Absage an die Aufrüstung -
Brief an die Regierenden
Große und kleine Neuigkeiten
Treffen der Provinziäle und Definitoren des Latium
Neue Mitglieder der CIRE
Internationale Marianische Akademie
schließt sich dem Antonianum an
Die Akademie hat ihren juristischen Sitz im Vatikanstaat und ist seit den ersten Tagen ihres Bestehens im Internationalen Studienkolleg S. Antonio untergebracht. Leiter der PAMI ist der vom Heiligen Vater nominierte Fr. Gaspar Calvo Moralejo aus der Provinz von Santiago de Compostela.
Fr. Kajetan Eßer: ein Geschenk Gottes
Der Minister besucht die Provinz Trento
Assisi pilgert nach Loreto
Die flämischen Missionare in China
Römische Kurie
Struktur-Kommission des Ordens
Kommission "Pro-Grottaferrata"
Die Zukunft der byzantinischen Kustodie in den USA
Franziskanische Neuerscheinung
Kommissionen "Dienst für den Dialog"
Neue Provinziäle
Kongreß der OFS-Assistenten
Neue General-Visitatoren
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