Zum Fest des hl. Franziskus hat das Generaldefinitorium den "Brüdern, den jungen wie den alten, überall in der Welt" einen Brief geschrieben, um ihnen einige Gedanken mitzuteilen, vor allem über das Geschenk der alten Brüder, die "charismatische Erinnerung des Ordens und harmonische Synthese eines Weges". Nachdem der Brief die Aufgabe unterstrichen hat, "Zeugnis zu geben für die Hoffnung und der Liebe die Dynamik der Unentgeltlichkeit zurückzugeben", verweist er auf den Dienst des Zuhörens, der ein "echter Ausdruck der Liebe und der Kommunion" ist und der "die Lücke zwischen den Generationen schließt, dazu beiträgt, eine harmonische Beziehung zwischen den verschiedenen Phasen unseres Lebens zu schaffen, und die Spannung zwischen Ideal und Wirklichkeit beseitigt". Außerdem nutzt der Brief die Gelegenheit, die bisher geleistete Arbeit einer Revision zu unterziehen und an einige wichtige Ereignisse zu erinnern, wie den Weiterbildungskurs für die Ausbilder und die kommenden Treffen mit den Generalvisitatoren und den neugewählten Provinziälen. Ihr Alten seid unsere charismatische Erinnerung. Von Euch haben wir alles bekommen: die Werte und die Strukturen, das Charisma, das Ihr in Treue bewahrt habt.
Ihr habt uns auf den Weg der Liebe zum franziskanischen Leben gebracht und uns auf diesem Weg geformt. Angesichts der zahlreichen Veränderungen, vor allem nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, haben wir Euch vielleicht zuviel abverlangt, und Ihr habt in Demut das angenommen, was Euch oftmals unverständlich und unannehmbar erschien. Noch heute gewährleistet Ihr in unseren Fraternitäten eine unauffällige und treue Präsenz, Ihr seid gastfreundlich und verfügbar; bisweilen mit eingeschränkten Möglichkeiten, aber immer großzügig. Diese Eure erfahrbare Erinnerung ist kostbar, weil sie uns hilft, geschichtslose Oberflächlichkeiten und Improvisationen zu vermeiden; sie gibt unseren Projekten ein Fundament und verleiht unseren prophetischen Entwürfen Kontinuität.
Ihr könnt zum Ausdruck eines Lebens im Sinne einer harmonischen Synthese eines Weges werden. Dies ist der Augenblick der Wahrheit: nach so vielen mehr oder weniger gelungenen Erfahrungen seid Ihr in der Lage, das Wesentliche zu erfassen.
Nach so vielen Jahren wißt Ihr zwischen den wichtigen und den weniger wichtigen Dingen zu unterscheiden; Ihr könnt die Ereignisse mit Tiefe und Weitblick betrachten. Mit den Jahren treten die echten Bezugspunkte hervor, auf die jemand sein eigenes Dasein gegründet hat, und es wird klar, worauf er sein Vertrauen gesetzt hat.
Ihr seid dazu aufgerufen, lebendige Zeugen für das Wesentliche zu sein, Zeugen einer tiefen und erneuerten Erfahrung des lebendigen Gottes, in der alle Phasen und Ereignisse Eures eigenen Lebens zu einer harmonischen Einheit geführt werden. In diesem Fall wird Euer Zeugnis zu einer wichtigen Botschaft für den Menschen von heute, der ja so gespalten und zerrissen ist.
Ihr werdet zu Botschaftern des Friedens und der Einheit aufgrund Eures in Gott versöhnten Lebens.
Aus dem Brief des
Generaldefinitoriums zum
Franziskusfest
Der Päpstliche Rat für Gerechtigkeit
und Frieden hat vom 1. bis 4. Juli 1998 in Rom einen Weltkongreß
für die pastorale Förderung der Menschenrechte
durchgeführt. Papst Johannes Paul hatte darum gebeten, der
Kongreß solle in Vorbereitung auf das Jubiläum des Jahres 2000,
zum 50. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte,
abgehalten werden, da "die Miteinbeziehung von Gerechtigkeit und Frieden in
einer Welt wie der unsrigen, die von so vielen Konflikten und
unerträglichen sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten bestimmt
ist, eine notwendige Voraussetzung für die Vorbereitung und die
Durchführung des Jubiläums darstellt" (Tertio Millennio
Adveniente, 51). Vertreter des Generalministers war Fr. Francisco
O'Conaire vom GFBS-Büro an der Generalkurie. Anwesend waren
GFBS-Vertreter zahlreicher Bischofskonferenzen und
Ordenskongregationen. Der Papst äußerte den Wunsch, die Kirche
solle sich aktiver an der Förderung und Verteidigung der
Menschenrechte beteiligen. Es bleibt zu wünschen, daß die
Ortskirchen und die Institute des Geweihten Lebens im Anschluß an
diesen Kongreß ihr Engagement in diesem wichtigen Bereich erneut
überdenken und entsprechende Programme zur Sensibilisierung aller
Sektoren der Kirche entwickeln.
Seine
Termine 2.-15. November - Rom, Tempo forte des
Generaldefinitoriums. der Bischöfe für
Ozeanien. Mit einer Liturgiefeier
und einem Konzert im Freien wurden am 21. Juli die Restaurierungsarbeiten
der Portiunkulakapelle in der Basilika S. Maria degli Angeli abgeschlossen.
In den ersten Monaten des Jahres 1998 wurde eine umfassende Instandsetzung
der kleinen Mutterkirche des Ordens durchgeführt, die die gemalten
Inschriften, die Ausschmückungen, die Wandflächen und einige
funktionale Holzelemente umfaßte. Diese Maßnahme hatte sich als
notwendig erwiesen auch bedingt durch die zahlreichen
Erdstöße -, um den allgemeinen Zustand des Gebäudes zu
verbessern, und bot dabei zugleich die Gelegenheit, einige
Restaurierungsarbeiten vorzunehmen, die sowohl bedeutende architektonische
Elemente (die mehrfarbigen Schichten des Daches, die Vergoldung des
Tympanon, die Fenster des Querschiffes) als auch einige Fresken in
Fortsetzung des Querschiffes (kleine Rosetten und einfache geometrische
Verzierungen) zum Vorschein brachten. Der Verputz und die Steinblöcke
wurden mit einer basischen Lösung und mithilfe einer mechanischen
Behandlung gesäubert und anschließend vergipst und versiegelt,
was erforderlich war, um das Gesamtaussehen der Portiunkula nicht zu
verändern. Die Fresken an den Außen- und Innenseiten der
Kapelle, die mehr oder weniger Spuren des Zerfalls aufwiesen, wurden nach
diversen Verfahren restauriert. Im Inneren wurde die wunderschöne
Marmorstatue aus dem 13. Jahrhundert, die die Madonna del Latte
darstellt, aus ihrem engen Standort herausgeholt und konserviert. Die
Restaurierungsarbeiten der Basilika werden noch das ganze Jahr 1999
beanspruchen.
Der Minister für die Kulturgüter und
Vize-Präsident, Walter Veltroni, nahm an der Wiedereröffnung der
Portiunkula nach den Restaurierungsarbeiten teil und unterstrich dabei
neben der großen spirituellen Bedeutung des Ortes auch dessen
künstlerische Schönheit, die nach der mit Umsicht, Sorgfalt und
Respekt durchgeführten Restaurierung deutlich sichtbar wurde. Die
italienische Presse hat dem Fresko auf der Rückseite der
Portiunkula-Kapelle, das die "frommen Frauen und Franziskus zu
Füßen des Kreuzes" darstellt, viel Raum gewidmet und dieses dem
Perugino (+1523) zugeschrieben. Nach sorgfältigen
wissenschaftlichen und urkundlichen Untersuchungen und Fachgutachten wird
die Restaurierung fortgesetzt, in der Hoffnung, die Originalteile wieder
freilegen zu können.
Vom 2. bis 5. Juli trafen sich in Cebu City circa
40 Mitbrüder der philippinischen Provinz zu einer Reihe von
Vorträgen zum Thema: "Das Leben und den Ordensauftrag aus der
Perspektive von Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung neu
durchdenken". Das Hauptanliegen der Treffen war es, einen Provinzplan
für GFBS für die Jahre 1998-2001 zu erstellen sowie die
Grundlagen und das GFBS-Programm in die Anfangsausbildung und die
ständige Weiterbildung, wie es die Prioritäten des
Internationalen Rates für GFBS fordern, zu integrieren.
In der
Pfingstwoche fand in Lüttich (Belgien) das dritte Treffen der
europäischen Brüder statt, die in kleinen Fraternitäten
unter den Armen leben. Teilnehmer waren 28 Brüder aus zehn Provinzen
und sieben verschiedenen Nationen. Das Treffen galt dem Ziel,
Unterstützung und Ermutigung zu geben und die jeweiligen Erfahrungen
eines Lebens außerhalb der herkömmlichen Strukturen des Ordens
und der Kirche und am Rande der Gesellschaft auszutauschen. Es beleuchtete
die Bedeutung des kontemplativen Lebens, eines einfachen Lebensstils und
der Qualität der menschlichen Beziehungen sowie die Wichtigkeit, den
Leiden und den Freuden der Armen ausgesetzt zu sein. Die Teilnehmer
beschlossen, ihr nächstes Treffen vom 21. bis 24. Mai 1999 abzuhalten.
Das vorgesehene Thema: "Was wir aus dem Leben in kleinen Fraternitäten
unter den Armen gelernt haben". Weitere Informationen gibt Fr. Clemens Wey,
Burgstraße 61, D-51103 Köln. Tel. +49.221.874429.
Japan und Hongkong - Der
Generalminister, Fr. Giacomo Bini, besuchte im Juli zahlreiche Länder
in Asien. Nach einigen Tagen in Japan hielt er sich vom 9. bis 12. Juli in
Hongkong auf, wo er die zwölf Brüder der Provinz "Regina Sinarum"
besuchte, die auch Taiwan umfaßt. Fr. Joseph Ha, Guardian dieser
Region, begleitete in Vertretung des Provinzials, Fr. Peter Ho, Fr. Giacomo
beim Besuch im Studium Biblicum, wo die gesamte Bibel ins Chinesische
übersetzt wurde, ein Werk, das der ehrwürdige Fr. Gabriele
Allegra begonnen hatte, und in den verschiedenen Pfarreien und Schulen, die
von den Brüdern unterhalten werden. Zum Besuchsprogramm gehörte
das Treffen mit dem Kardinal von Hongkong, John B. Wu, und das
Gespräch mit den Brüdern und der franziskanischen Familie
(Schwestern des Regulierten Dritten Ordens und OFS) von Hongkong und
Macao. Kontinentalchina - Vom 12. bis 19. Juli hatte der Minister
Gelegenheit zu einem Besuch in Kontinentalchina: "Für eine Woche
konnte ich unsere Brüder besuchen, die in China arbeiten so
erzählt Fr. Giacomo -. Es war eine sehr fruchtbare Erfahrung. Ich habe
gesehen, wie die Kirche in den letzten 15 Jahren gewachsen ist und sich
stabilisiert hat. In diesem Entwicklungsprozeß haben unsere
Brüder eine wichtige Funktion ausgeübt. Bei der Ankunft des
Kommunismus gab es in China etwa 3.000.000 Katholiken; nach den
jüngsten Daten liegt die Zahl der Katholiken heute bei über
10.000.000, und diese verfügen über 5.000 Kirchen für den
Gottesdienst. Wir müssen unsererseits weiter den Herrn bitten, unsere
Hoffnung für die Zukunft der Kirche und unserer Brüder in China
lebendig zu erhalten". EAC Am 19.7. kehrte der Minister
nach Hongkong zurück, um am Treffen der Konferenz Ostasien (EAC:
Japan, Philippinen, Korea, China und Vietnam) teilzunehmen, bei dem auch
Fr. Xavier Yu Soo Il, Generaldefinitor, und Fr. José R. Carballo,
Definitor und Sekretär für Ausbildung und Studien, zugegen waren.
Außer den betroffenen Provinziälen nahmen die Sekretäre
für missionarische Evangelisierung und der Sekretär für
Ausbildung der Konferenz teil. Am 20. Juli leitete Fr. Giacomo die
Eucharistiefeier und führte am Vormittag desselben Tages ein
Gespräch mit den Anwesenden. SAAOC Am Nachmittag
reisten der Minister und die Generaldefinitoren nach Singapur weiter, wo
gerade das Treffen der Konferenz Südasien, Australien und Ozeanien
(SAAOC: Indien, Indonesien, Australien, Papua-Neuguinea, Sri Lanka,
Malaysia, Singapur, Brunei und Thailand) stattfand. Auch hier waren neben
den Ministern der Provinzen die Provinzsekretäre für Ausbildung
und Studien anwesend. Am 21.7. fand nach der Eucharistiefeier unter der
Leitung des Ministers ein Gespräch und eine Begegnung mit den
Mitgliedern der Konferenz statt. Der darauffolgende Tag galt dem Treffen
mit allen Brüdern der Kustodie Malaysia, Singapur und
Brunei. Thailand - Nach der Rückkehr aus Singapur machte der
Minister, stets in Begleitung von Fr. Xavier und Fr. José, einen
Zwischenstopp in Thailand, um die Brüder zu besuchen, die derzeit dort
leben. Am 25. Juli kehrten sie nach Rom zurück, zufrieden über
das Gute, das die Brüder in allen Teilen der Welt zu bezeugen
wissen.
Der
Konvent S. Francisco in Quito öffnete zum Pfingstfest seine Pforten
für eine ökumenische Feier, eine Initiative von Fr. Luis Cabrera,
Mitglied der Ökumenischen Kommission der ekuadorianischen
Bischofskonferenz. An dem Treffen nahmen die Katholiken, die Baptisten, die
Episkopalkirche, die Lutheraner und die Christliche Gemeinschaft von
Ekuador teil. Vor der Feier erklärte Fr. Agustín Moreno den
historischen und kulturellen Wert des Konventes, Zentrum der kolonialen
Kunst und Kulturerbe der Menschheit, wie es die UNESCO bestimmt hatte.
Mons. Julio Terán Dutari, Auxiliarbischof von Quito, leitete die
Liturgiefeier; der lutheranische Pastor, Claudio Molz, hielt eine
theologische Reflexion, in der er die Elemente hervorhob, die die Christen
vereinen. Das gemeinsame Gebet offenbarte die Fülle der geistigen
Nöte und die Sehnsucht nach Gerechtigkeit, Frieden, Solidarität
und Freiheit aller Gemeinschaften. Das Vaterunser-Gebet und die
brüderliche Agape beendeten die Feier im wunderschönen Kreuzgang
des Konventes.
Der Heilige Vater ernannte am 19.7.98 zu Beratern der
Kongregation für die Evangelisierung der Völker: Mons.
Wilfrid Fox Napier OFM, Erzbischof von Durban, Südafrika; Mons.
Brian James Barnes OFM, Erzbischof von Port Moresby,
Papua-Neuguinea.
Die Diözesen Almenara, Araçuaí und
Diamantina in Brailien wählten die Gottesmutter von Aparecida und den
hl. Franziskus von Assisi zu Schutzherren der 3. Wallfahrt "Erde und
Wasser", die am 30. August dieses Jahres in der Region des Flusses
Jequitinhonha, einer der ärmsten und trockensten des Landes,
stattfand. Die Wallfahrt wollte all die leidenden, frohen und
zuversichtlichen Gesichter derer zum Ausdruck bringen, die auf der Suche
nach einer neuen Welt sind und deren Leben im Zeichen des Kampfes, des
Durchhaltens und des Sieges steht. Unter dem Motto "Erde und Wasser,
Geschenk Gottes" diskutierten die Teilnehmer über die Probleme, die
durch die Konzentration des Landbesitzes, die Verschmutzung der
Gewässer des Jequitinhonha, des großen Wohltäters der
Region, und den Mangel an Ehrfurcht vor der Schöpfung hervorgerufen
wurden. Außerdem wollte die Wallfahrt die Religiosität und die
volkstümliche Kultur zu neuem Leben erwecken, den Ausdrucksformen des
Widerstandes Geltung verleihen und die Hoffnung des Volkes nähren, das
um ein menschenwürdiges Leben kämpft.Bolivien Fr. Pedro Romero, Psychopädagoge und
Gründer des Dienstes der Familienberatung (SOF) in Toledo, verbrachte
vier Monate in Bolivien, wo er fünf ähnliche Zentren in Sucre,
Santa Cruz de la Sierra, Cochabamba, Yacuiba und Camiri einrichtete. Fr.
Romero ist davon überzeugt, daß die menschliche Entwicklung in
den Ländern der dritten Welt durch eine Regenerierung der Familie
erfolgt, die sich im Durchschnitt zu 70 oder 75 % im Zustand des
"Nichtfunktionierens" befindet. Dies macht besondere Einrichtungen
erforderlich, die dazu dienen, die Familienkonflikte und die schweren
Erziehungsprobleme zu lösen und in wirksamerer Weise das Problem der
Armut anzugehen. Jeder SOF verfügt über genügend
Spezialisten in Psychologie, Pädagogik, Sexologie und Rechtsfragen.
Mit ihnen arbeiten Sozialarbeiter, Priester und weitere freiwillige Helfer
zusammen, die jeweils entsprechend vorbereitet sind. In allen SOFs gibt es
ein "Freundschafts-Telefon", um den Familien in Zeiten der Spannung und der
Angst zu helfen. Das Telefon übt auch eine wichtige Funktion in
extremen Situationen aus, etwa um einen Selbstmord zu verhindern, der nach
vorliegenden Daten immer häufiger auftritt. Das von den kirchlichen
Autoritäten, den Missionaren und dem Volk mit Begeisterung
aufgenommene Experiment fand auch in den örtlichen Medien eine
große Resonanz. Weitere Informationen gibt: Callejón del
Vicario, 3
Fr. Ramiro de la
Serna, 41 Jahre, wurde zum Provinzial der Vize-Provinz vom hl.
Franziskus Solanus in Argentinien gewählt.
Kardinal Aloisio
Lorscheider, Erzbischof von Aparecida, Brasilien, hat am 22. August sein
50. Priesterjubiläum gefeiert. Lorscheider ist Mitglied der Provinz
vom hl. Franziskus und hat am Antonianum in Rom in Dogmatik promoviert. Von
1958 bis 1962 war er Rektor der Studenten am Antonianum. 1962 wurde er zum
Bischof von Sant'Angelo geweiht, 1973 nach Fortaleza und 1995 nach
Aparecida versetzt. Er war Vorsitzender der Brasilianischen
Bischofskonferenz (1971-1978), Präsident des Lateinamerikanischen
Bischofsrates (1976-1979) und Präsident des Internationalen
Caritasverbandes. Papst Paul VI. ernannte ihn 1976 zum Kardinal. Am 15.
August leitete Lorscheider die feierliche Jubiläumsmesse in der
Basilika Unserer Lieben Frau von Aparecida, der Patronin Brasiliens. Im
Brief des Heiligen Vaters an den Kardinal nennt dieser ihn den
"hochverehrten Sohn des hl. Franziskus, stets als Armer unter den Armen und
bisweilen als Gefangener unter den Gefangenen". Der Generalminister, Fr.
Giacomo Bini, dankte dem berühmten Mitbruder dafür, daß er
"ein guter und treuer Diener, ein Minderbruder ist, der seine Talente
für das Reich Gottes eingesetzt hat, vor allem für das arme und
erniedrigte Volk Brasiliens". "Kardinal Lorscheider so Mons.
Cláudio Hummes, Erzbischof von São Paulo ist der
Heilige unserer Konferenz, die Bezugsperson der brasilianischen
Bischöfe".
Der Generalminister, Fr.
Giacomo Bini, war Teilnehmer des ersten Mattenkapitels der 1996
gegründeten französisch-belgischen Provinz von den Drei
Gefährten. Das Thema "Rechenschaft abgeben über die Hoffnung,
die in uns lebt" (1 Petr 3,15) stand im Mittelpunkt des brüderlichen
Treffens, das bestimmt war vom Gebet, vom Erfahrungsaustausch und von der
Entspannung der 70 Brüder, die sich im Zentrum für
Spiritualität von Val de Consolation, 65 km von Besançon,
versammelt hatten. Der Generalminister brachte die Prioritäten des
Ordens in Erinnerung, besonders die kontemplative Schlichtheit der
Begegnung mit Gott als Grundlage der wahren Hoffnung. Der
Provinzialminister, Fr. Matthieu Smolders, hielt ein Referat über die
"Perspektiven der Provinz" mit Verweis auf die Prioritäten des
Ordens. Der Höhepunkt an jedem Tag war die Eucharistiefeier und das
Stundengebet, vorbereitet in Zusammenarbeit mit den Schwestern, die das
Zentrum betreuen.
Zwei Franziskaner aus Bologna und drei weitere aus der
Emilia entgingen nur per Zufall der Katastrophe eines Seebebens, das am 17.
Juli den Strand westlich von Aitape in Papua-Neuguinea auf einer Breite von
etwa 20 km heimsuchte. Gerade zu dieser Zeit nahmen die Brüder an
einem Treffen in einer Gegend von Aitape teil, die weit von der Küste
entfernt liegt. Niemand der zwanzig Brüder und der sieben Klarissen
aus der Region Aitape wurde verletzt. Das Volk jedoch hat schwere Leiden
erlitten. Wahrscheinlich gab es über 5.000 Tote. Die Dörfer Arop
(2.500 Einwohner), Nimas, Warapu (3.000 Einwohner) und Teles (250
Einwohner) wurden völlig zerstört, außerdem dieKirche der
Mission, das Krankenhaus und die Schule. Die Dörfer Sissano und Wanapu
(6.000 Einwohner) wurden schwer beschädigt. Jetzt muß alles
wieder neu aufgebaut werden. Außerdem müssen unsere Missionare
eine immense Arbeit zur menschlichen, psychologischen und religiösen
Unterstützung der Überlebenden leisten.
Fr.
Matthieu Smolders Provinzial der Provinz von den Drei Gefährten,
wurde zum Präsidenten der COPEF (französischsprachige
Provinzialen-Konferenz) gewählt. Am 1. August hat Mons. Janos Penzes, Bischof von
Subotica, die neue Kapelle des Domus Pacis eingeweiht, des Hauses der
Stille in Horgos, in der Nähe der ungarisch-jugoslawischen Grenze.
Das von Fr. Carlo Harmath, Guardian in Novi Sad, gebaute Haus kann etwa
fünfzig Personen aufnehmen und wurde im vergangenen Jahr
eröffnet. Subotica ist die zahlenmäßig größte
Diözese im jetzigen Jugoslawien. Die Brüder haben es neben ihrem
Presseapostolat somit verstanden, der Ortskirche zu dienen, indem sie Kurse
zur Vertiefung des christlichen Lebens und einen Ort der Sammlung und des
Gebetes anbieten, der stets für alle Christen offensteht.
El alma de Clara, morada de Dios(Die Seele Klaras, Wohnstätte
Gottes), Fr. Antonio Álvarez Tomás. Editorial Asís, Valencia, 1998 (88 S.). In den
Schriften sucht der Autor die Person, die Seele der Klara zu entdecken, um
ihre Botschaft zu verstehen, die für alle Zeiten gültig ist. Ein
kleines Büchlein, knapp gefaßt und doch tiefgründig. Text
in spanischer Sprache.
Fr. Germano
Pellegrini, Provinz Trento, für die Provinz vom hl. Jakobus in den
Marken.
Vatikan: Tagung über die
Menschenrechte
Der Generalminister
12.-15. November - Treffen des Definitoriums
mit den diesjährigen Generalvisitatoren.
23. November 13.
Dezember - Rom, Sondersitzung der Synode
15.-19. Dezember - Frankreich, Besuch in der Provinz
vom seligen Pazifikus.
Große und kleine
Neuigkeiten
Die Portiunkula
erstrahlt in neuem Glanz
Ein "Perugino" in der
Portiunkula
Philippinen: Ein
GFBS-Projekt
Das Treffen der kleinen Fraternitäten
Asien: Brüderlicher Besuch des
Generalministers
Ekuador: Ökumenische Feier
Römische
Kurie
Der hl. Franziskus als Patron einer
Wallfahrt
Dienst der
Familienberatung
Neuer Provinzial
Kardinal
Lorscheider 50 Jahre Priester
Frankreich/Belgien: Mattenkapitel der
Provinz von den Drei Gefährten
Papua-Neuguinea: Die Katastrophe des
Seebebens
Präsidenten der Konferenzen
Jugoslawien: Franziskanisches Haus
der Stille
Generalkurie
Franziskanische
Neuerscheinung
Generalvisitatoren
Fr. Cesare Azimonti, Provinz Mailand, für die Provinz
S. Maria delle Grazie in Sardinien.
Fr. Alberto Tosini, Provinz
Genua, für die Provinz S. Vigilio (Trento).
Fr. Antonio
Franjic, Provinz Venedig, für die Seraphische Provinz in
Assisi.
Fr. Joseph MacMahon, irische Provinz, für die
Vize-Provinz "Maria, Königin des Friedens" in Südafrika.
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