WARSCHAU Vom 12. bis 18. Oktober 1998 fand in Kostancin bei Warschau die IV. Versammlung der Union der Minderbrüder Europas (UFME) statt, an der 58 der 60 Provinziäle, der Generalminister und die Generaldefinitoren teilnahmen. Die Versammlung der UFME stand unter dem Thema: Annuntiantes Pacem. Mit den jungen Brüdern auf dem Weg nach Europa. Dazu war auch das Exekutivkomitee der jungen Brüder anwesend, das sich aus je einem Bruder der sechs Konferenzen zusammensetzt. Das Komitee stellte der Versammlung die Ergebnisse eines Fragebogens vor, der an die jungen Brüder Europas verschickt worden war. Das Thema: "Die Union der Minderbrüder Europas, der Minderbruder und die Bruderschaft im Jahre 2000, Vorschläge für die Zukunft". Auf den Fragebogen hatten über tausend Brüder geantwortet.
Themen der IV. Versammlung
Außer dem Bericht der jungen Brüder trugen der Präsident der UFME, Fr. J. Carballo, und der Sekretär, Fr. T. Vetrali, ihre Berichte vor und Mons. Aldo Giordano, Sekretär des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen, referierte über das Thema: "Europa und das Christentum". Darüber hinaus galt der gesamte 15. Oktober dem Treffen mit Fr. Giacomo, einigen Definitoren und Mitarbeitern der Generalkurie.
Telegramm an den Papst
Zum 20. Jahrestag seines Pontifikates schickte die Versammlung an Johannes Paul II. folgendes Telegramm:
"Die Franziskaner-Provinziäle Europas, der Generalminister und das Generaldefinitorium, die in Warschau-Kostancin versammelt sind, um über das Thema "Mit den jungen Brüdern auf dem Weg nach Europa" nachzudenken, schicken Ihnen aus Ihrem geliebten Polen Glück- und Segenswünsache für die zwanzig Jahre Ihrer Wahl als Bischof von Rom und Oberster Hirte der Kirche Gottes. Sie loben den Herrn, daß er Sie zum Dienst in der Nachfolge des Petrus berufen hat. Sie sprechen Ihrer Heiligkeit Bewunderung und Dankbarkeit aus für Ihr unermüdliches Unterwegssein, bei dem sie die Männer und Frauen überall in der Welt dazu auffordern, ihre Pforten für Christus zu öffnen. Als Geschenk zum 20. Jahrestag Ihres Pontifikates überbringen sie Ihnen die Bereitschaft der Minderbrüder, Verkündiger des Evangeliums und Werkzeuge des Friedens zu sein, im "Geist von Assisi", in Europa und darüber hinaus. Segnen Sie uns und alle Franziskaner Europas".
Neuer UFME-Rat
Der
neue Ständige Rat der UFME, der am 18. Oktober gewählt wurde,
setzt sich folgendermaßen zusammen: Präsident, Fr. Angelo
Stellini; Vize-Präsident, Fr. Georg Reider; Mitglieder: Fr. Walter
Verhelst, Fr. Martin Miguel Vallecillo, Fr. Stane Zore, Fr. Matthieu
Smolders und Fr. Jozef Czura.
VATIKAN
Am Sonntag, dem 25. Oktober, hat Johannes Paul II. auf dem
Petersplatz Fr. Antonio de Sant'Anna Galvão, Brasilianer, aus der
Provinz von der Unbefleckten Empfängnis, selig gesprochen. Der neue
Selige (1739-1822) hat sich mit Liebe und Hingabe den Betrübten, den
Kranken und den Versklavten seiner Zeit in Brasilien gewidmet. Der Heilige
Vater nannte ihn "leidenschaftlichen Verehrer der Eucharistie, Meister und
Verteidiger der christlichen Nächstenliebe, klugen Ratgeber des
geistlichen Lebens und Fürsprecher der Armen". Bei seiner Audienz
für die zahlreichen brasilianischen Pilger auf dem Petersplatz
fügte Johannes Paul II. hinzu, Fr. Galvão, der erste in
Brasilien geborene Selige, könne "die Güte Gottes" genannt
werden.
ROM. Vom 6. September bis 3. Oktober
fand am Antonianum in Rom der ersteKurs für OFM-Ausbilder statt,
veranstaltet vom Generalsekretariat für Ausbildung und Studien. In
diesem Jahr war der Kurs in italienischer und spanischer Sprache. Die 35
Teilnehmer waren Ausbilder aus Ägypten, Albanien, Argentinien,
Bolivien, Brasilien, Chile, El Salvador, Irland, Italien, Kolumbien,
Litauen, Mexiko, Mosambik, Polen, Portugal, Spanien und dem Heiligen Land.
Die in drei große Teilbereiche gegliederten Themen (soziologische,
spirituell-franziskanische und psychologisch-pädagogische Themen)
wurden von 24 Experten behandelt. Die Teilnehmer besuchten auch Assisi, La
Verna und Rieti. Der Kurs endete am 3. Oktober in der Generalkurie mit der
Feier des Transitus des hl. Franziskus und dem Abendessen mit der
Kommunität.
* Vom 20. bis 23. Januar treffen sich die
nach dem Generalkapitel gewählten Provinziäle in der
Generalkurie mit dem Generaldefinitorium. * Das Generalsekretariat
für Ausbildung und Studien teilt mit, daß der 2. Kurs
für OFM-Ausbilder im September 1999 am Antonianum in Rom in den
Sprachen Deutsch, Französisch und Englisch durchgeführt wird. Die
Anmeldungen dazu sind an das Generalsekretariat zu schicken. * Zum
zweiten Mal hat die GFBS-Kom-mission der Brasilianischen Konferenz
einen zweiwöchigen, für alle Brüder offenen Kurs über
GFBS durchgeführt. Dieser fand im Juli statt. * Vom 17. bis 24.
November traf sich in North Andover, Mass. (USA), der Internationale Rat
für Ausbildung und Studien. Außer den Berichten der
Vertreter der Konferenzen bearbeiteten die Teilnehmer zwei Themen: die
"Ratio Studiorum" und die Ziele und Inhalte des nächsten
Internationalen Kongresses der Beauftragten für die Berufepastoral,
das im Jahre 2000 stattfinden wird. * Am 15. November haben das
Generaldefinitorium und der Generalrat der Franziskanischen
Missionarinnen Mariens gemeinsam das Thema der Evangelisierung
studiert. * Die Bischofskonferenz von Taiwan hat die
Einrichtung der Internet-Homepage finanziert, auf der sich die komplette
Bibel in chinesischer Sprache befindet, übersetzt vom Studium Biblicum
Franciscanum in Hongkong. Die Adresse: * Fr. Antonio García
Huerta, aus der Provinz vom Heiligen Evangelium, Mexiko, wurde zum
Vize-Richter des Interdiözesanen Kirchengerichtes und zum Metropoliten
von Mexiko, DF, ernannt. * Am 8. November 1998 feierte das
Bibelinstitut von Jerusalem sein 75-jähriges
Bestehen. * Fr. Ciro Stanzione, Sekretär der
Italienischen Provinzialen-Konferenz, wurde zum Verantwortlichen des
Bereichs "Evangelisierung" und zum Animator der Abteilung "Mission ad
Gentes" der Italienischen Konferenz der Höheren Ordensoberen (CISM)
gewählt. Die Umstrukturierung der CISM-Ämter sah eine Aufteilung
in vier Bereiche vor: Evangelisierung, Solidarität, Kultur und
Animation des Geweihten Lebens.
KIVUMU - Der 13. September
1998 war ein außergewöhnlicher Sonntag für die
Fraternität in Ruanda und für die Pfarrei von Kivumu. Zum ersten
Mal haben in Ruanda drei junge Ruander Fr. Aimable Bizimungu, Fr.
Florent Rugigana und Fr. Aloys Kizimana und ein junger Burunder
Fr. Louis-Marie Randerembako die Feierliche Profeß in
die Hände des Provinzials, Fr. Jacques St. Yves, abgelegt. Die ersten
Ruander, Fr. Kizito Ngomanzungu und Fr. Joseph Bishyanuka, und der
Burunder, Fr. Joseph Ntahompagaze, hatten ihre Profeß am 11. August
1994 in Uganda, in der Kapelle der Klarissen von Mbarara, abgelegt, nachdem
sie unversehrt dem Krieg und dem Völkermord entkommen waren. In Kivumu
waren etwa zwanzig Brüder aus der Vize-Provinz von Nairobi dabei, die
aus den Nachbarländern gekommen waren, einige Diözesanpriester
und zahlreiche Schwestern aus verschiedenen Kongregationen. Die gesamte
franziskanische Familie von Ruanda gehörte zu den Teilnehmern,
außerdem alle Pfarrangehörigen. Hauptzelebrant der Messe war der
Provinzvikar, Fr. Nicodème Kibuzehose, der in der Ortssprache
Kinyrwanda zelebrierte. Während der Liturgiefeier, die von
Gesängen und Tänzen aus der Region belebt wurde und die in ihrem
gesamten Verlauf ein ergreifendes Ereignis war, erhielten die jungen
Professen die Bibel, die Regel und die Generalkonstitutionen sowie den
Reisestab, als Zeichen ihrer Verfügbarkeit und ihres Unterwegsseins.
Nach der Ermordung Fr. Vjekos haben die neuen Berufe der Pfarrei in Kivumu
und der franziskanischen Präsenz in Ruanda Leben und Hoffnung
zurückgegeben.
ASSISI - Am Montag, dem 5. Oktober 1998, fand im Sacro
Convento der Franziskaner-Konventualen ein "historisches" Ereignis statt.
Denn es trafen sich die Generalminister des Ersten Ordens und des TOR
zusammen mit den Generaldefinitoren der vier Familien und den
Generalsekretären. Die Generalminister hatten ein solches Treffen aus
zweierlei Gründen gewünscht: vor allem, um das gegenseitige
Kennenlernen und den Dialog unter den Brüdern zu fördern, die in
den verschiedenen Familien einen Dienst der Animation und der Leitung
versehen. Ein weiterer Grund bestand darin, der franziskanischen Familie
die Möglichkeit zu geben, mit allen gemeinsam das Hochfest des hl.
Franziskus zu feiern. Das Treffen begann um 9.30 Uhr am Grab des hl.
Franziskus mit einer Zeit des schlichten und innigen Gebetes, das sich auf
die Schriften des hl. Franziskus stützte und mit dem Austausch des
Friedensgrußes, bei dem alle Teilnehmer (etwa 50) miteinbezogen
wurden, seinen Abschluß fand. Im Sacro Convento folgte dann ein
Treffen, bei dem jeder der Teilnehmer aufgefordert wurde, sich
vorzustellen; die vier Generalminister eröffneten anschließend
die Reflexionsphase, bei der jeder einen kurzen Beitrag zum Thema "Die
Leitung und Animation des Ordens. Austausch über die Aufgaben der
Generalleitung unter Berücksichtigung der Animation der
Brüder" einbrachte. Bis 13 Uhr ging die Diskussion in sechs
kleineren Gruppen weiter, bestehend aus Brüdern der verschiedenen
Familien. Nach dem Mittagessen, von der Fraternität des Sacro Convento
angeboten, wurden die Arbeiten um 15 Uhr im Plenum fortgesetzt, wobei man
die Ergebnisse aus der Gruppenarbeit vorstellte. Um 17 Uhr leitete Fr.
Agostino Gardin, Generalminister der Konventualen, in der Unterkirche eine
feierliche Konzelebration, zu der alle Zweige der franziskanischen Familie
Umbriens eingeladen waren. Die Basilika war voller Brüder, Schwestern
und Mitglieder des OFS, die mit Freude und großer Anteilnahme die
Feier belebten. Nach einer kleinen Erfrischung gegen 19 Uhr
verabschiedeten sich die Teilnehmer und kehrten in ihre Heimatorte
zurück. Alle zeigten sich angenehm überrascht über die
Brüderlichkeit, die sie zwischen den Mitgliedern der verschiedenen
Familien erlebt hatten; daher wurde der Wunsch geäußert, diese
Erfahrung zu wiederholen, und zwar in der Weise, daß auch auf anderen
Ebenen (Provinzen, örtliche Gemeinschaften, Regionen etc.)
ähnliche Treffen angeboten werden.
Der Heilige Vater
hat am 30.9.98 Mons. Manuel Valarezo Luzuriaga OFM, Apostolischer
Präfekt der Galapagos, Ekuador, zum Mitglied der Sondersitzung
für Ozeanien der Synode der Bischöfe ernannt. Der Heilige Vater
hat Mons. Cláudio Hummes OFM, Erzbischof von São
Paulo, Brasilien, zum Mitglied des Leitungskomitees des Päspstlichen
Rates für die Familie ernannt.
Im Eremo von Montepaolo hat das Generaldefinitorium
eine Auswertung des ersten Jahres
seines Dienstes vorgenommen.
Kannst Du uns Deine Einschätzung mitteilen? Das erste Jahr kann
man insgesamt als positiv bewerten. In allen Kontinenten haben die
Brüder den großen Wunsch, ihr eigenes franziskanisches Leben
nach den Empfehlungen des Generalkapitels neu zu beleben. Das haben wir
auch an der herzlichen Aufnahme bei all unseren Besuchen gemerkt.
Darüber hinaus gibt es einen Weg, den wir als Gemeinschaft des
Definitoriums und in Gemeinschaft mit den Büros der Kurie beschreiten.
Dabei geht es um einen ernsthaften Weg im Hinblick auf ein Gleichgewicht
zwischen: dem Studium der Problematiken und der Umsetzungen der
Aufträge des Generalkapitels, der Animation und der
Verwaltung. Du hast bereits verschiedene Entitäten besucht und
zahlreiche Brüder getroffen: was sind Deine Eindrücke? Worin
bestehen die Probleme und die Hoffnungen der Brüder? Meine
Erfahrung ist sehr begrenzt, bedingt durch die Zeit des Dienstes und die
besuchten Orte. Trotzdem kann ich eine Bewertung versuchen. Wir
verfügen über sehr viele wirklich gute Brüder mit
verschiedenen und reichen Talenten und Charismen. Der Orden ist wirklich
lebendig. Und doch schaffen wir es nicht, uns einander diese
Reichtümer mitzuteilen, gelingt es uns nicht, zusammenzuarbeiten, wie
wir es müßten. Der Provinzialismus und der Individualismus, die
schon seit so vielen Jahren gebranntmarkt werden, sind hartnäckig zum
Verzweifeln. Und in einer Welt, die zum "globalen Dorf" geworden ist, mit
einer "wilden" Kommunikation, die überall mit Gewalt eindringt, ist es
eine ernste Sache, wenn wir uns verschließen oder wenn wir
unfähig sind, uns einander zu öffnen und einander zu
verstehen. Das größte Problem jedoch, so denke ich, ist die
geringe Klarheit über unsere Identität, verstanden als frohe und
echte Nachfolge Christi, indem wir gemeinsam in ernsthafter Weise das
Evangelium leben. Dies ist in der Tat die Herausforderung, auf die zu
antworten wir heute gerufen sind. In dieser Perspektive ist es
erforderlich, daß wir unsere Strukturen, unsere Ämter und unsere
Aufgaben überdenken. All dies läßt sich nicht ohne eine
solide und eigenständige Grundausbildung und ständige
Weiterbildung verwirklichen. Wie soll man denn die jungen und weniger
jungen Brüder überzeugen und für diese Priorität, von
der unsere Zukunft abhängt, interessieren? Es geht hier ohne Zweifel
um eine theoretische und praktische Hinführung zu einer Beziehung zu
Gott, zu den anderen, zu den Dingen, wie es unsere Dokumente verlangen. Mit
dieser Hinführung einher geht auch die Frage eines ernsthaften
Abwägens der jungen Berufungen und die Notwendigkeit der Begleitung,
über einige Jahre hinweg, nach der feierlichen Profeß. Aber
die Dynamik der Brüder ist nicht tot, sie schlummert nur. Wenn wir die
Begeisterung unserer Berufung wiederfinden, durch eine vorrangige
Entscheidung für Gott, wird unser Charisma für die heutige Welt
bestimmt eine alternative, sehr überzeugende Bedeutung bekommen; und
wir werden ohne Zweifel die Zeichen und die passende Sprache zu finden
wissen, um unsere religiöse Erfahrung zu "versprachlichen". Wir haben
die Gnade, den hl. Franziskus zu "besitzen", einen sehr "aktuellen" Bruder.
Hätten wir doch etwas Kreativität, um uns erneut auf die
evangelische Bruderschaft zu stützen! Würden wir uns doch auf das
Wort Gottes einlassen! Kannst Du uns, auf der Grundlage Deiner kurzen
Erfahrung als Minister der universalen Bruderschaft, sagen, ob der
Nachrichtenfluß zwischen den Entitäten und der "Zentrale" des
Ordens und umgekehrt funktioniert?
Was empfiehlst Du, um den Austausch der "Fakten" unseres Lebens zu
intensivieren? Die "Nachrichten" fließen, aber nicht besonders
gut! In ganz wenigen Regionen fließen sie nicht. In diesem Fall
könnte die animierende Bruderschaft in Rom eine Welt am Rande bleiben.
Die Brüder selbst möchten mehr Kommunikation, mehr Nachrichten.
Sie möchten die positiven Erfahrungen der anderen, der anderen
Entitäten kennenlernen. Es hat sich jedoch noch nicht die
Mentalität durchgesetzt, mehr, ja viel mehr für die Kommunikation
zu investieren, an Mitteln und an Personal. Vom Büro für
Kommunikation insbesondere erwarte ich viele Vorschläge, die dem
Generaldefinitorium vorgelegt werden könnten, damit sich leichter eine
solche neue Mentalität herausbilden kann. Auf "Fraternitas" und
auf "Internet" begrenzt:
was möchtest Du dort insbesondere lesen? Internet hat den Dialog
um vieles verbessert. Wie viele aber verfügen über dieses Medium?
Bestimmt nicht die Ärmsten der Armen! Nun ja, sowohl "Fraternitas"
als auch "Internet" könnten und müßten eine
äußerst wichtige Funktion im Orden haben, nämlich die,
"Werkzeuge" der Gemeinschaft unter den Brüdern in der Welt zu sein.
Und dies geht über die Funktion der Kommunikation hinaus. Es
umfaßt das Sich-Kennen, das Sich-Respektieren, das
Sich-gegenseitig-Schätzen. Sie könnten darüber hinaus ein
wertvolles "Mittel" im Dienste des Definitoriums für die Animation des
Ordens sein. Neben all diesen Dingen können solche
Kommunikationsmittel dazu beitragen, ein Gespür für die
Zugehörigkeit zur universalen Bruderschaft zu schaffen. Wir sind ohne
bindende Einheit. Mitunter hat man das Gefühl, weder Vater noch Mutter
zu haben. Wir wissen nicht, zu wem wir gehören! Was ich dort lesen
möchte? Das Leben und die Erfahrungen der Brüder, der
Entitäten; besonders was den "Weg" der "Prioritäten" im Orden
angeht, denn mir scheint, diese sind gut aufgenommen und ziemlich schnell
in Umlauf gebracht worden (nur eine oder zwei Konferenzen sind mit der
Verbreitung in Verzug geraten), sie sind zu Diskussionspunkten in fast
allen Provinzen oder Konferenzen geworden.
Die Kustodie vom
Heiligen Land hat den 50. Jahrestag der ständigen Präsenz der
Brüder und der Gründung des "Terra Sancta College" in Amman in
Jordanien begangen. Zu Beginn der Feierlichkeiten wurde das "Kulturzentrum"
mit dem "Auditorium" von 514 Plätzen sowie ein weiterer großer
Saal für akademische oder ähnliche Versammlungen eingeweiht. Die
Eröffnung der Ausstellung mit den künstlerischen Arbeiten der
Schüler des "Terra Sancta College" und der "Aufmarsch" der Pfadfinder
mit der Musikband standen unter der Leitung der Prinzessin Bassama und
wurden vom jordanischen Nationalfernsehen übertragen. Das Konzert mit
klassischer Musik im neuen "Auditorium", einstudiert von der Musikakademie
von Jordanien und geleitet von Fr. Elias Kesseroini, war der krönende
Höhepunkt des Festes. Die Franziskaner sind auch am Berg Nebo
präsent. Beide Orte bereiten sich auf die Aufnahme von zahlreichen
Pilgern im Jubiläumsjahr 2000
vor.
MONTREAL - Vom 23. bis 25. September hielt sich
der Generalminister zu einem brüderlichen Besuch in der Provinz vom
hl. Josef in Kanada auf. Fr. Giacomo erinnerte an die Prioritäten
des Ordens, wobei er die Gotteserfahrung und das brüderliche Leben als
Wege zur Erneuerung einer Provinz in den Blick nahm, um zu einer
"brüderlichen (nicht individualistischen) Heiligkeit" zu gelangen und
um unserer Zeit ein wahres und gutes Wort "mitzugeben". Der Minister
unterstrich auch die Notwendigkeit der Inkulturation des franziskanischen
Lebens. Fr. Sean Collins, Generaldefinitor, erläuterte das Projekt der
Brüderlichkeit an der Generalkurie, das von der Arbeit, vom Gebet und
vom Austausch bestimmt wird. An der Eucharistiefeier unter dem Vorsitz
des Ministers nahmen die Brüder, die in diesem Jahr ihr Jubiläum
feiern, sowie Vertreter von 18 Zweigen der franziskanischen Familie und die
Guardiäne der Franziskaner-Niederlassungen teil. Am Vormittag des 24.
September traf sich Fr. Giacomo mit den Mitgliedern des Definitoriums,
anschließend aß er mit den Brüdern der kleinen
Fraternitäten zu Mittag, wobei er sie ermutigte, ihren freiwilligen
Verzicht auf die Güter, ihre Unsicherheit und ihren missionarischen
Mut ernst zu nehmen. Vor der Abreise besuchte der Minister die Brüder
in der Krankenstation der Provinz.
MAILAND - Vom 12. bis 15. Oktober
fand in Mailand im Konvent S. Angelo und im Verlag Edizioni Biblioteca
Francescana das II. Internationale Treffen der OFM-Verlage statt. Vertreten
waren 20 Verlage aus der ganzen Welt. Man sprach über das Projekt
einer Internationalen Franziskanischen Buchhandlung in Assisi. Die
Umbrische Provinz nahm den Vorschlag, der auf dem I. Treffen der
franziskanischen Verleger aufkam und der vom Generalminister
befürwortet wurde, mit Begeisterung auf. Die Internationale
Buchhandlung soll ihren Sitz im Konvent der Portiunkula haben und im Jahre
1999, nach Abschluß der Restaurierungsarbeiten der durch das Erdbeben
verursachten Schäden, eröffnet werden. Das Treffen beschrieb die
Modalitäten zur Organisation der Internationalen Vereinigung der
OFM-Verleger, mit einer eigenen Struktur und einem Solidaritäts-Fonds
zur Unterstützung der OFM-Verlage, die sich in Schwierigkeiten
befinden, und unterzeichnete einen Vertrag über eine engere
Zusammenarbeit. Es herrschte ein Klima echter Brüderlichkeit,
Solidarität und Zusammenarbeit, wobei man sich verpflichtete,
häufiger Kontakt aufzunehmen, auf normalem Wege oder per Internet, um
Bücher, Veröffentlichungsrechte, Informationen und Initiativen
auszutauschen.
Fr. Santiago
Agrelo M. (Prov. Santiago de Compostela, Spanien) für das
Internationale Studienkolleg S. Antonio in Rom. Fr. Agostino
Buccoliero (Prov. Lecce, Italien) für die Römische
Provinz. Fr. Miguel Kellett (Vize-Prov. vom hl. Benedikt,
Brasilien) für die Vize-Prov. von den Sieben Freuden Mariens,
Brasilien. Fr. Manoel Blanco Rodríguez (Prov. vom hl.
Gregor dem Großen, Spanien) für die Prov. vom Hl. Evangelium,
Mexiko. Fr. Carmelo Finocchiaro (Prov. Sizilien) für die
Prov. Lecce. Fr. Fidel de Lira Martínez (Prov. vom hl.
Franziskus und vom hl. Jakob, Mexiko) für die Prov. vom hl. Petrus und
vom hl. Paulus, Mexiko. Fr. Aldo la Neve (Römische Prov.)
für die Prov. Sizilien. Fr. Gonzalo Ferrero Blanco (Prov. vom
hl. Franziskus Solanus, Peru) für die Provinz Murcia,
Spanien. Fr. Dismas Bonner (Prov. vom Hl. Namen, USA) für die
Prov. U.L.F. von Guadalupe, USA.
Am 4. Oktober versammelten sich die
Brüder der Kustodie vom Guten Hirten in Harare mit zahlreichen
Freunden und Mitarbeitern. Sie dankten dem Herrn für die 40 Jahre der
franziskanischen Präsenz des Ordens in Simbabwe. 1958 kamen zwei
irische Franziskaner, Missionare in Südafrika, nach Salisbury, um eine
neue Fundation einzurichten. Als die Zahl zu wachsen begann,
eröffneten die Brüder Missionsstationen zum Dienst an der Bevölkerung in einer riesigen Region innerhalb der Diözese Harare. Der aug
enblickliche Kustode, Fr. Francis Cotter, der die Feier leitete, erinnerte
an die Worte des Mose an das Volk nach den 40 Jahren in der Wüste:
"Wie ein Mann seinen eigenen Sohn führt, den er liebt, so hat der
Herr, dein Gott, dich auf dieser Reise begleitet". Die Brüder
zündeten anschließend die "Missionskerze" an, wobei sie ihre
Verpflichtung erneuerten, "Menschen des Wortes Gottes, belebt vom Hl.
Geist" zu sein. Derzeit besteht die Kustodie aus 22 Brüdern mit
Feierlicher Profeß, die aus drei Nationen stammen (Simbabwe, Irland
und Polen), und aus 25 Brüdern in Grundausbildung.
Fr. Stephen Bliss
(37) wurde zum Provinzialminister der Provinz vom Hl. Geist,
Australien, gewählt.
Fr. Romain
Mailleux, ehem. Generalvikar, Leiter der Edizioni Quaracchi,
wurde zum Guardian von Grottaferrata ernannt.
Fr. Galvão
erster brasilianischer Seliger
Erster Kurs für
OFM-Ausbilder
Der Generalminister informiert über
seine Termine
11.-23. Januar - Rom. Tempo forte des
Generaldefinitoriums.
20.-23. Januar - Rom. Treffen des
Definitoriums mit den nach dem Generalkapitel gewählten
Provinziälen.
28.-30. Januar - Polen. Treffen mit den
Provinziälen und den Ausbildern.
Große und kleine
Neuigkeiten
http://www.catholic.org.tw.
Ruanda: Erste
Feierliche Profeß in Kivumu
Assisi: Ein historisches
Treffen
Römische Kurie
Der
Generalminister im Büro für Kommunikation
ein Jahr im Dienst am Orden: Auswertungen und
Anregungen
Jordanien: franziskanisches Jubiläum
Kanada: Brüderlicher Besuch des
Generalministers
Italien: II. Treffen
der franziskanischen Verleger
Generalvisitatoren
Simbabwe: 40 Jahre
franziskanische Präsenz
Neuer Provinzial
Generalkurie
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