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Eine der drängendsten Herausforderungen, der wir uns, vor allem in der industrialisierten Welt, stellen müssen, besteht sicherlich in der Atomisierung, der Zersplitterung des menschlichen Lebens an der Schwelle zum dritten Jahrtausend. Es ist eine Zersplitterung von innen her, die von jedem Mann und von jeder Frau erlebt wird angesichts der tausend Wünsche und Optionen, die sich jeden Tag auftun. Ihr zugrunde liegt ein "flüchtiger" Konsum, der sich aus einer wilden Kommunikation nährt, zum Nutzen eines globalen Marktes. Jeden Tag aufs neue die innere Einheit wiederherzustellen, einen Ort der Ruhe, an dem man Gottes Wort aufnehmen und wirken lassen kann, das ist eine nicht leichte Aufgabe. Wer jedoch innerlich zerrissen ist, kann nur schwer Baumeister der Gemeinschaft um sich herum und Verkündiger der Guten Botschaft sein.
Das kontemplative Leben legt in unaufdringlicher aber beredter Weise Zeugnis ab von dieser harmonischen und unbeschwerten Einheit, dem jedes Wesen mit ganzem Herzen zustrebt, es ist "der bessere Teil", den Maria erwählt hat. Es ist also eine Aufforderung zu einer Ausbildung, zu einem reifen Abwägen zwischen den vielfachen Entwürfen, die nicht immer negativ sind, jedoch einer Ausrichtung und Integration bedürfen. Es hilft uns, das zu begreifen, was wesentlich ist, und das, was sekundär ist; das, was für unsere Zeit drängend ist, und das, was auf morgen verschoben werden kann, ohne sich in einem immer rastloseren Aktivismus zu verlieren.
Ich erlaube mir, einige mögliche Perspektiven eines Lernprozesses vorzuschlagen:
1. Die theologische Ausbildung noch einmal zu überdenken: der echte Theologe ist der, der nicht nur von Gott, sondern vor allem mit Gott zu sprechen versteht. Wer Experte Gottes ist, wird notwendigerweise auch Experte der Gemeinschaft, insofern, als derjenige, der sich darum bemüht, Gott in sein eigenes Leben aufzunehmen, die notwendigen Räume schafft, um den anderen aufzunehmen.
2. Für jede Diözese die Möglichkeit zu überprüfen, "Zentren des inneren Neuaufbaus" zu schaffen, in denen die persönlichen Wunden geheilt werden können, Zentren der Revision und des Wachstums im Heiligen Geist für Priester, Ordensleute und Laien.
3. Gut vorbereitete
Begleiter auszubilden, die schon auf diese kontemplative Einfachheit
zugehen, Männer und Frauen, die dazu bereit sind, sich voll für
diesen Dienst einzusetzen. Es handelt sich um eines jener Ämter, die
angesichts der heutigen Situation eine besondere Berücksichtigung
erfahren müssen: das Dienstamt des Zuhörens.
Die Generalminister der
franziskanischen Familie haben ihren dritten Brief zur Vorbereitung auf das
Jubiläum des Jahres 2000 geschrieben, zum Jahr, das Gott, dem Vater,
gewidmet ist: "Wir wollen mit Euch, Brüder und Schwestern, Laien und
Ordensleute, Mitglieder der franziskanischen Familie, über das
Geheimnis des Vaters nachdenken, indem wir aus der Erfahrung und dem
Zeugnis des Franziskus schöpfen". Der Brief besteht aus drei
Teilen: 1. Theologische und spirituelle Perspektiven (wer der
Vater ist und wie Franziskus die Vaterschaft Gottes entdeckt und in die
Erfahrung Jesu eintritt). 2. Der Vater im Leben des Christen von heute
(der Vater im Zentrum des Glaubenslebens, Vaterschaft, Sohnschaft und
Bruderschaft). 3. Anregungen für eine persönliche und
gemeinschaftliche Reflexion. In der Reflexion setzen die Minister
den Akzent auf die Bruderschaft, die im Geheimnis des einzigen Vaters
verwurzelt ist: "Da wir einen einzigen Vater haben, ist Jesus Christus
unser erster Bruder, jedes menschliche Wesen - ob Mann oder Frau, ob
groß oder klein, ob arm oder reich, ob böse oder gut, ob krank
oder gesund, ob am Rande lebend oder integriert - ist für uns Bruder
und Schwester und soll stets mit Wohlwollen angenommen werden; und auch die
anderen Lebewesen - Tiere, Pflanzen und auch die kosmischen Realitäten
- gehören zu dieser geheimnisvollen Bruderschaft, denn auch sie haben
keinen anderen Ursprung als das Herz des Vaters".
Die
franziskanischen Verlagshäuser Agapé in Nova Sad
(Jugoslawien) und Szeged (Ungarn) haben das Buch A magyar
misszió végnapjai Kínában (Die letzten
Tage der Ungarischen Mission in China): Fr. Thun Albin
herausgebracht. Die Provinz vom hl. Johannes von Capestrano in Ungarn
hatte eine Mission in China, uns zwar in der Präfektur Paoking. Fr.
Albin Thun war der letzte ungarische Franziskaner, der ausgewiesen wurde.
Sofort nach der Ausweisung schrieb Fr. Albin in Hongkong ein Tagebuch.
Später ging er in die USA, wo er in der Kustodie vom hl. Johannes von
Capestrano starb. Das Tagebuch des Fr. Albin (188 S.), das mit
Unterstützung des Büros Franziskaner für Mittel- und
Osteuropa in Wien veröffentlicht wurde, hat eine große
historische, spirituelle und politische Bedeutung. Es zeigt die
Unmittelbarkeit der ersten Eindrücke der Begegnung mit dem Kommunismus
Maos. Text in ungarischer Sprache.
Müller erinnerte an seinen Pessimismus bezüglich der
UNO. Die Diplomaten gingen davon aus, die Organisation würde keine
fünf Jahre überdauern. Heute muß man jedoch anerkennen,
daß große Schritte gemacht wurden: es hat keinen dritten
Weltkrieg gegeben; die 67 kriegerischen Konflikte im Jahre 1948 haben sich
auf 27 reduziert, und von diesen waren nur 3 internationale Konflikte.
Müller verwies darauf, daß die drei internationalen Konflikte
religiöse Ursprünge haben, und schlug daher eine UNO für die
Religionen vor, und es wurden diesbezügliche Initiativen ergriffen,
wie die Verfassung von Statuten. Für Müller stellen das Ende des
Kolonialismus und der Apartheid sowie die Verwirklichung der
Europäischen Union weitere Wunder der UNO dar. "Aber so
unterstrich der Redner jetzt hat die UNO andere Probleme vor sich,
und sie ist nicht darauf vorbereitet, diese anzugehen: die Gewalt, die
immer größer werdende Kluft zwischen Reichen und Armen sowie der
Konsumismus. Daher denkt man an eine Umstrukturierung der UNO. Wir schauen
auf die Franziskaner: ihre Spiritualität kann die Zukunft der
Menschheit retten, da sie das Gegenmittel gegen diese drei Übel der
Welt bereithält: sie hat die Mystik des Friedens, der sozialen
Gleichheit mit der bevorzugten Option für die Armen und die Mystik der
Einfachheit des Lebens gegen den Konsumismus. Der Beitrag der Franziskaner
für die Zukunft ist wichtig". Das Treffen der Franziskaner, das an der
Universität des Friedens stattfand, hatte zum Thema: "Die Franziskaner
und die Kultur des Friedens". Am 10. Dezember begaben sich die Teilnehmer
in den Friedenspark zur Einweihung einer Franziskus-Statue. Die Skulptur
ist ein Werk von Anneta Duveen OFS und ist ein Geschenk von Franciscans
International.
Trotz der europäischen
kolonialen Vergangenheit (Holländer, Franzosen, Engländer) sind
zwei Drittel der Bevölkerung indischen Ursprungs und stammen von
Einwanderern ab, die als Arbeitskräfte in den Zuckerrohrplantagen
arbeiten, noch heute das Hauptprodukt der 1.835 km2 großen
Insel mit 1.100.000 Einwohnern.
1. Man muß
von den Generalkonstitutionen, Art. 84, ausgehen, wo es ausdrücklich
heißt, daß der pastorale Dienst in den Pfarreien Teil des
Evangelisierungsauftrags der Franziskaner ist. 2. Man muß sich
vor Augen halten, daß die Kirche der Provinz die Seelsorge in den
Pfarreien anvertraut hat. 3. Es müssen alle positiven Elemente
benannt werden, mit denen die pastorale Tätigkeit in den Pfarreien das
franziskanische Charima und die Verwirklichung des Auftrags der
Franziskaner bereichert hat. 4. Darum ist es auch erforderlich, die
Schwierigkeiten zu beschreiben, die die pastorale Tätigkeit in den
Pfarreien der Authentizität der franziskanischen Berufung bereitet
hat. 5. Unter Berücksichtigung der konkreten Situation und der
Tendenzen im Orden und in der Kirche, die in den entsprechenden Dokumenten
klar zum Ausdruck kommen, müssen die Kriterien erarbeitet werden, um
die Prioritäten bei der Evangelisierung der Brüder bestimmen zu
können. Um die Brüder zu einer verantwortlichen Reflexion
über dieses Thema zu bewegen, verfaßten die Teilnehmer auch eine
Brief-Botschaft, in der sie die grundlegenden Aspekte der franziskanischen
Berufung und Mission herausstellen. Dieser Brief und das Referat von Fr.
Nicola Vukoja zum Thema "Präsenz und Tätigkeit der Franziskaner
in den Pfarreien: derzeitige Situation und Herausforderungen" sollen bei
allen Konvents-Kapiteln diskutiert
werden.
Mons. Manuel Valarezo Luzuriaga OFM,
Apostolischer Präfekt der Galapagosinseln (Ekuador) und Teilnehmer der
Synode für Ozeanien, hat dem Heiligen Vater den Vorschlag
unterbreitet, daß er, wie er uns unterwiesen hat, das menschliche
Leben zu verteidigen, uns auch unterweisen solle, jede Form des auf der
Erde existenten Lebens zu respektieren. Der Bischof bat um ein
päpstliches Dokument, das eine Lehrgrundlage für die Liebe und
die Achtung für das auf der Erde existente Leben bereitstellt. Mons.
Valarezo, der in der Synodal-Aula sprach, verwies darauf, daß es
unser Jahrhundert war, das die Naturreichtümer und die Wälder
zerstört und das Wasser und die Luft verschmutzt hat; er lobte alle
Bewegungen zur Verteidigung der Ökologie, wie etwa die Büros
für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung des
Ordens, unterstrich dabei aber, daß es für die Universalkirche
an der Zeit sei, inmitten einer naturalistischen und säkularisierten
Gesellschaft, die Verteidigung der Schöpfung in die Hand zu nehmen,
die ein Spiegelbild der Güte und der Herrlichkeit des Schöpfers
darstellt.
MOSTAR Der Bitte des
Generalkapitels 1997 Folge leistend, begab sich der Generalminister, Fr.
Giacomo Bini, in Begleitung des Generalvikars, Fr. Stefan Ottenbreit, und
des Sekretärs der Kongregation für die Evangelisierung der
Völker, Mons. Marcello Zago, vom 12. bis 14. Dezember nach Mostar. An
diesen Tagen fanden Treffen auf verschiedenen Ebenen statt. Das erste war
mit dem Provinzdefinitorium. Anschließend trafen sich der Minister
und der Vikar mit zahlreichen Brüdern der Provinz. Am Nachmittag
dieses Treffens mit den Brüdern kam auch Mons. Zago hinzu, der sich am
Vormittag des 13. mit dem Klerus der Diözese getroffen hatte. Der
Generalvikar hatte Gelegenheit, sich mit den OFM-Pfarrern der Pfarreien zu
treffen, die dem Bischof übergeben werden sollen. Daraufhin fand an
der Bischofskurie von Mostar das Treffen zwischen Mons. Ratko Peric, dem
Ortsbischof, Fr. Giacomo Bini, Mons. Marcello Zago, Fr. Stefan Ottenbreit,
Fr. Tomislav Pervan, dem Provinzialminister, Fr. Marinko Leko, dem
Provinzvikar, und dem Beauftragten für die Angelegenheiten der
Nuntiatur statt. Beim letzten Treffen, an dem der Bischof, der
Generalminister, der Sekretär der Kongregation, der Beauftragte der
Nuntiatur und die OFM-Pfarrer teilnahmen, wurde ein
Abschlußkommuniqué entworfen und unterzeichnet, das die
Bedeutung der vorausgehenden Treffen zusammenfaßt und noch einmal die
Verpflichtung zur Durchführung der Übertragung der im Dekret
genannten Pfarreien bestätigt. Zuvor hatte am 10. November in der
Kongregation für die Evangelisierung der Völker ein Treffen
stattgefunden, bei dessen Abschluß ein "offener Brief" an die
Priester, Ordensleute und Gläubigen der Diözese Mostar-Duvno
verfaßt wurde, der vom Generalminister und vom Ortsbischof
unterzeichnet ist. Darin wünschte man sich unter anderem eine "immer
notwendigere Zusammenarbeit im Geist der Gemeinschaft, unter der
Führung des Diözesanbischofs, indem die pastoralen Aufgaben
aufgeteilt und die entsprechenden Charismen gefördert
werden".
Die Provinz Sannito-Irpina, die Maria, der
Allerheiligsten Gnadenmutter, gewidmet ist, feiert zusammen mit dem
Erzbistum und der Stadt Benevento vom 2. Februar 1999 bis zum 2. Juli 2000
ein außerordentliches marianisches Jahr zur Vorbereitung auf das
Große Jubiläum des Jahres 2000, zum 300. Jahrestag der
Proklamation der Gnaden-Madonna zur Patronin der Stadt (13. März
1700). Die Apostolische Pönitentiarie hat einen vollkommenen
Ablaß verliehen, der unter den bekannten Bedingungen zu erlangen ist,
und zwar in der der Gottesmutter geweihten Basilika in Benevento, die seit
über 500 Jahren von den Franziskanern betreut wird, sowie an den
Orten, wo das heilige Gnadenbild auf seiner Pilgerfahrt verweilen
wird.
Der Generalvikar
richtete sich an die Brüder, indem er die Situation des Ordens in der
heutigen Zeit darlegte, besonders in Europa, wo die Neuorientierung
völlig neue Probleme aufwirft, und half den Brüdern dabei,
über existentielle Grundfragen nachzudenken: Wer sind wir? Wie steht
es um uns? Wie können wir uns ändern? Dann sprach er über
die Herausforderungen, die eine Anfrage an den Orden stellen, wobei er alle
aufforderte, die Berufung mit neuem Leben zu erfüllen, um das
Wesentliche zu leben. Fr. Antonio stellte Inhalte und Arbeitsweisen der
Arbeit des Generaldefinitoriums vor sowie einige Probleme der Prokur. Der
zweite Tag begann mit dem Besuch in der Krankenstation der Provinz im
Konvent von Sabbioncello, wo der Generalvikar mit den kranken Brüdern
die Eucharistie feierte. Dann trafen sich der Generalvikar und der
Generaldefinitor in Baccanello mit den 36 jungen Brüdern in Ausbildung
sowie mit ihren Ausbildern. Anwesend waren auch die Novizen von Piemont,
vom Veneto, der Emilia-Romagna, denn Boccanello ist seit fünfzehn
Jahren Interprovinzielles Noviziat. Auf dem Treffen mit den jungen
Brüdern empfahlen Fr. Stefan und Fr. Antonio eine Reflexion über
die Prioritäten des Ordens
A
Árvore da Vida, São Boaventura. Text in
portugiesischer Sprache. Übersetzung, Einführung und Anmerkungen
von Fr. David Azevedo. Editorial Franciscana, Braga 1997, 102 S. Der hl.
Bonaventura hat dieses kleine mystische Traktat im Jahre 1260 geschrieben.
Es handelt sich um 48 kurze, aber tiefgründige Meditationen, in denen
die Theologie, das Gebet, der Symbolismus und die Poesie sich zu einem
schönen Gesamtwerk vereinen.
Gott ist Vater
3. Brief der
franziskanischen Familie zum Jubiläum
Ungarische Mission in China
Der
Generalminister - informiert über seine Termine
roße und kleine
Neuigkeiten
Costa Rica: Die Franziskaner und die
Kultur des Friedens
Mauritius: eine internationale
Fraternität
Südslawische
Konferenz: Zur Frage der franziskanischen
Pfarreien
Belgien: Märtyrer-Missionare in
China
Die Schöpfung als Spiegelbild des
Schöpfers
Die Prioritäten im Orden ... Provinz von den Marken
Bosnien-Herzegowina:
Übergabe der
Pfarreien an die Diözese Mostar
Italien, Benevento:
Außerordentliches
Marianisches Jahr
Elfenbeinküste: Der Weg des
Evangeliums
Italien: Hundert Jahre Wiederbegründung
der lombardischen Provinz
Franziskanische
Bibliographie
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by John Abela ofm
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