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Hurricane "Mitch"

Generalminister

07.11.1998

Liebe Schwestern und Brüder!
Frieden und alles Gute!

Ihr seid Euch sicherlich der tragischen Situation, die durch den Wirbelsturm "Mitch“ hervorgerufen wurde, bewußt, in der sich unsere Schwestern und Brüder in Zentralamerika befinden. Die Zahl der Todesopfer steigt täglich. Tausende von Familien haben ihr ganzes Hab und Gut verloren. Bis zu 70% der Ernten sind in Honduras und Nicaragua zerstört. Die meisten Brücken wurden durch die Wasserfluten weggeschwemmt. Das Leiden und der Notschrei der Menschen sind über die Bildschirme bis zu uns gedrungen.

Die internationale Gemeinschaft antwortet derzeit großherzig auf dieses schreckliche Unglück. Heute erreichte uns ein dringender Hilferuf unserer Brüder in Mittelamerika, die verzweifelt versuchen, sich der überwältigen Herausforderung zur Hilfe zu stellen. Sie haben uns gebeten, ihren Appell zu internationaler Hilfe und Solidarität allen bekanntzumachen. Ich hoffe, daß Ihr ohne zu zögern und ebenso großherzig zur Hilfe bereit seid, um wenigstens das Leiden einiger von dieser Naturkatastrophe Betroffener zu lindern. Auch möchte ich Euch darum bitten, der Opfer und ihrer Familien im Gebet zu gedenken.

Möge die liebende Sorge unseres Vaters Franziskus für die Armen auch unsere Sorge sein, und gebe Gott uns Kraft in all unserem Mühen.

Euer Bruder
Giacomo Bini ofm
Generalminister


Von: den Brüdern der Provinz "Unsere Liebe Frau von Guadalupe“ in Mittelamerika und Panama

Guatemala, 06.11,1998

An:
den Generalminister Giacomo Bini OFM
das Generalsekretariat für missionarische Evangelisierung
den Generaldefinitor für Lateinamerika
die Brüder und Schwestern der Franziskanischen Familie

Liebe Brüder und Schwestern,
erhalten Sie unseren brüderlichen Gruß des FRIEDENS!

Wir, die Franziskanerbrüder der Provinz "Unsere Liebe Frau von Guadalupe“ in Mittelamerika, möchten Sie teilhaben lassen an unseren Gefühlen voller Schmerz und Leid wegen des Leidens, das uns aufgrund des Wirbelsturmes und tropischen Unwetters "Mitch“ erfüllt, der die letzten Tage unser Territorium verwüstet hat.

Gott sei Dank, geht es den Mitbrüdern und Mitgliedern der franziskanischen Familie körperlich gut. Zugleich sind sie voller Schmerz angesichts des Leidens der Menschen und ganz damit beschäftigt, Hilfen zu organisieren.

Von unseren Pfarreien sind am meisten betroffen: neun in Nicaragua, vier in Honduras, vier in El Salvador und fünf in Guatemala. Hier nun eine kurze Übersicht über das verheerende Unglück:

Land Bevölkerung
(in Millionen)
Tote

Vermißte

Verlust an
Hab und Gut

zerstörte
Straßen

zerstörte
Brücken

überflutete
landwirtschliche
Kulturen

Honduras

5.8

7,000

11.000

1,933,482

70%

169

80%

Nicaragua

4.2

3,100

1,817

730,000

40%

80

40%

Guatemala

10.9

228

64

102,529

55%

51

14%

El Salvador

5.8

240

135

58,788

4%

3

5%

Costa Rica

3.5

7


5,000


3

3%

Panama

2.7

1


7,051




insgesamt

32.9

10,576

13,016

2,836,850


306


“Prensa Libre” 06.11.1998)

An dieser Stelle will ich versuchen, Ihnen eine Vorstellung davon zu geben, was geschehen ist, was derzeit geschieht und was möglicherweise noch geschehen soll.

Der Wirbelsturm hat soviel Regen über diese Landstriche abgelassen, daß die zahlreichen Flüsse über die Ufer getreten sind und mit großer Macht tausende von Quadratkilometer überflutet haben. Sie haben hunderte von Brücken mitgerissen und zerstört sowie ganze Dürfer von der Landkarte ausradiert und dazu hunderte Kilometer von Strom - und Telefon leitungen weggerissen. Sie verhindern die Kommunikation mit den großen Städten und der Hauptstadt. Währenddessen haben die Menschen, die ihr nacktes Leben aus tausend Nöten haben retten können, nichts zu essen. Die Wasserquellen sind verseucht. Diejenigen, die versuchen, im Wasser vorwärts zu kommen, um den Platz, an dem sie vom Wasser umschlossen sind, zu verlassen, werden zu Opfern schwerer Verwundungen und von Atem- und Hautkrankheiten. Die, die auf Bäume klettern, setzen sich der Gefahr aus, von giftigen Schlangen gebissen zu werden. In Honduras sind sie sogar noch zusätzlich in Gefahr, auf Antipersonenenminen zu treten, die vor fünfzehn Jahren im Konflikt der Contras gegen Nicaragua gelegt worden sind und die der Wirbelsturm von ihrer Stelle weggespült hat. Es gibt weder Strom noch Medikamente. Alles bricht in sich zusammen, ist verseucht, geht zugrunde.

Für einen oder zwei Tage geben und machen die Leute alles, was sie können. Aber nachher? Die Mittel und Interventionen der Miettelamerikanischen Staaten sowie die internationale Hilfe sind nur eine Kleinigkeit angesichts der Notlage.

Und dennoch stehen die eigentlichen Probleme noch aus: die Gefahr von Epidemien infolge der Leichname und wegen der Tausenden von verwesenden Viehkadavern und von Kadavern aller Arten von Tieren. Vor allem sind hunderttausende Familien ohne Obdach. Vielleicht werden sich diesen Bereich der Gesundheit und der Wohnungen die Programme des Wiederaufbaus seitens der lokalen Regierungen und der internationen Hilfe am meisten konzentrieren müssen.

Ansichts von soviel Leid wende ich mich im namen der ganzen Provinz und des Provinzialministers, der selbst an einem Ort in Honduras eingeschlossen ist und der mich über Telefon darum gebeten hat, mit diesem Aufruf an die Hocherzigkeit der Schwestern und Brüder in der ganzen Welt zu appellieren, damit sie diesen Völkern so rasch und wirksam wie nur irgend möglich helfen.

Die, die Ihre Hilfe über uns leiten lassen wollen, können das über foldende Bankverbindungen tun:

BANCAFE INTERNATIONAL BANK, LTD
Ref. ASOCIACION DE FRAILES FRANCISCANOS OFM.
Kto.No. 11392 010062381

an: BARCLAYS BANK PLC.
801 Brickell Avenne
MIÀMI, FL. 33131
USA.

Bitte informieren Sie unser Provinzialat über den Banktransfer:
Tel. (502) 4770713 y (502) 4424119
Fax: (502) 4763729
Email: curiaofmca@micro.com.gt

Schecks auf den Namen der:
"ASOCIACION DE FRAlLES FRANCISCANOS OFM"

Adresse unseres Postfachs in den USA:
CURIA PROVINCIAL
Código 613
P.O. BOX 661447
Miami Springs, Fl. 33266
USA.

Mit herzlichem Dank! Gott möge Sie segnen!
gez. Fr. Domingo Solís, ofm
Provinzvikar


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